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Mittwoch, 7. Mai 2014, 01:30

Deutschsprachige Gemeinschaft

Hier werde ich die bisherigen, im Jahr 2011/12 von Michael Frietsch begonnenen Denkmodelle zur hypothetischen politischen Vereinigung des deutschen Sprachraumes (DSG, ZEG) abgewandelt weiter verdeutlichen. Ich lasse bewußt aus Gründen der Machbarkeit einige Areale desselben weg und beschränke mich dabei auf die dspr. Staaten und teilautonomen Gebiete welche momentan Mitglied der EU sind. Die Einteilung des möglichen Bundesgebietes kann hierbei neben den heutigen bestehenden Ländergrenzen auch nach Dialekten oder geographischen Prinzipien erfolgen. Wobei das Zusammenfassen der Bundesländer und teilautonomen Territorien zu 4 Bundesländer (Großregionen) mit Staatsqualität aus Akzeptanzgründen, meines Erachtens, am sinnvollsten wäre. So würden die Kompetenzen dieser 4 Länder deutlich über dem Niveau der Gegenwärtigen liegen. Dabei erhebe ich als halber Laie keinerlei Anspruch auf die Korrektheit bzw. Allgemeingültigkeit meiner Aussagen und möchte auf Grund von Beobachtungen lediglich mit einer fiktiven, kurz skizzierten Alternative ohne weitergehende Ambitionen aufwarten.

Name: DEUTSCHSPRACHIGE GEMEINSCHAFT oder WEST ZENTRALEUROPA
Mitglieder:
Österreich, Deutschland, (
DG Belgien, Südtirol, [Liechtenstein])
Gliederung: aus 4 Ländern bestehende
föderale Bundesrepublik
Organisation: Einkammersystem auf Bundes- und Landesebene; Bundesrat mit 200 Sitze (50 Volksvertreter pro Bundesland) wobei die Bundesländer zu gleichen Teilen die Ressorts, die Mitglieder und Amtsinhaber der Bundesregierung stellen; dazu delegieren die Landtage, mit jeweils 200 Sitze pro Bundesland, ihre Vertreter in den Bundesrat
Fläche: ~449.000 km²
Bevölkerung: ~90 Mio.
BIP: ~3.200,00 Mrd. USD
Gesamthaushalt der Bundesländer: ~400 Mrd. USD
Bundespolizei:
60 Tsd. Bedienstete, ~5 Mrd. USD Budget
Bundeswehr: 100 Tsd. aktive Berufssoldaten und 300 Tsd. als Heimwehr (ähnlich dem Schweizer Milizsystem aber auf Landesebene) organisierte Reservisten plus 20 Tsd. zivile Mitarbeiter, ~20 Mrd. USD Etat (5% des Gesamthaushaltes der 4 Bundesländer), Wehrdienstfähigkeit vom 21. - 56. Lebensjahr bei Mannschaften und bis 61. Lj. bei Offizieren (je nach Tauglichkeit ist [bei beiden] eine Verlängerung um weitere 5 Jahre möglich)
Amtssprache(n):
Bundesdeutsches Hochdeutsch, Österreichisches Hochdeutsch, (Liechtensteiner Deutsch)
Hauptstadt: Fulda (oder
Kassel, Eisenach, Würzburg, Marburg, Gießen, Frankfurt/M.)

Erläuterungen:
  • Die Ambitionen von 28 Mitgliedsstaaten, mit eigener meist langer identitätsstiftender Geschichte, über 500 Mio. Menschen, 24 Amtssprachen und 1300 NUTS 3 Regionen, sind, zumindest im Bezug auf die Etablierung einer zentralistischen Verwaltung, dauerhaft nur schwer vereinbar. Wobei das Projekt EU erst nach einer möglichen Erweiterung, um die ausstehenden Staaten der Mittelmeerunion, Osteuropas und weiteren 300 Mio. Menschen, seine endgültige Ausdehnung erreicht haben dürfte. Auch die Umformung der Nationalstaaten in multikulturelle Konstrukte in deren Folge es u.a. durch Absenkung des Lebensstandards zur Verschärfung der Gegensätze (zwischen den Ethnien und deren Werten, Regeln, Sprache etc.) kommen könnte, wird allein ein Zusammenwachsen eher nicht beschleunigen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde dies, trotz des Versuchs eines Ausgleichs, vielleicht sogar zur völligen Auflösung fast aller europäischen Gesellschaften ohne jede Möglichkeit einer Einigung führen. Der Grund dafür wäre, dass bedingt durch die anhaltende Befeuerung der Polarisation und mangelhaften Diffusion der Bevölkerungen untereinander, sich eine homogene Gestaltung kaum noch realisieren ließe. Der kleinste gemeinsame Nenner mag sich so für ein langfristiges produktives Miteinander als unzureichend erweisen. Das Zusammenfassen der Staaten in Sprachgemeinschaften, wäre womöglich organisatorisch wesentlich sinnvoller, schmerzfreier und attraktiver für die Bürger.
  • Die Territorien der DG Belgien, Südtirols, Österreichs und Deutschlands verband lt. Geschichtsschreibung eine rund 800-jährige, mehr oder minder, gemeinsame staatliche Ordnung. Deutsch ist ihre Amtssprache und alle sind Mitglieder im Rat für deutsche Rechtschreibung. Auch ähneln sich die politischen Systeme und administrativen Gliederungen der letzteren beiden Vertreter so stark, dass im Falle einer Vergemeinschaftung, neben der engen wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen, verhältnismäßig wenig Anpassungen vorgenommen werden müssten. Um die Bereitschaft zur Gemeinschaft vor allem bei den Österreichern zu fördern, wäre die oben beschriebene Zusammenfassung der bisherigen Bundesländer Deutschlands zu drei neuen, annähernd vergleichbar starken Landes ähnlichen Konstrukten am sinnvollsten. Alle vier (mit Österreich) dann "neuen" Länder genießen, unabhängig von ihrer Einwohnerzahl, die gleiche Stimmengewichtung betreffs der Entscheidungen eines "neuen" Bundes. Die verbliebenen ehemaligen alten Landesgebiete würden dann in Regionen gewandelt, wobei ihre bisherigen Charakteristika primär erhalten blieben. Diese neu modellierte, trinitäre Machtaufteilung dürfte den Bedürfnissen nach einer adäquaten Verwaltung und der effizienteren Umsetzung des Bürgerwillens eventuell am nächsten kommen.
  • Der Beitritt des deutschsprachigen Ostbelgiens und Südtirols, bedingt neben dem Willen zur Einheit, sicher auch recht problematisch verlaufende, dann notwendig werdende Verhandlungen mit dem Königreich Belgien und Italien. Ob hier eine Form der Auslöse ausreichend wäre, bliebe abzuwarten. Dennoch ist ein Erfolg bei behutsamen konferieren ohne Druck und Dogmen nicht ausgeschlossen, da beide Gegenden bereits eine analoge Form von Autonomie besitzen. Das Hindernis eines Anschlussverbotes im Artikel 4 des österreichischen Staatsvertrages von 1955 wurde bereits mit der EU Beteiligung seit 1995 aufgeweicht, macht aber eine Rückversicherung mit den ehemaligen Alliierten des zweiten Weltkrieges unter Umständen unumgänglich.
  • Die Mitgliedschaft der dtspr. Schweiz ist aufgrund seiner Bedeutung für Rom, der mehrsprachigen Kantone, einer unwahrscheinlichen Auf- bzw. Abspaltung und daraus resultierender möglicher Konflikte mit Frankreich und Italien, vorerst aus zu schließen.
  • Liechtenstein benutzt mit der Schweiz die gleiche Währung und ist durch eine Zollunion eng an ihr gebunden.
  • Da Luxemburg kein Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung ist (dafür aber Teil der OIF und der Académie française), wäre ein Beitritt, neben der sinkenden Anzahl von Deutschsprechern und zunehmend francophonen Ausrichtung, äußerst fragwürdig.
  • Im Elsass, sowie ehemals dtspr. Lothringen nimmt die Bedeutung/Anzahl der Deutschsprecher weiter dramatisch ab (diese konzentriert sich im wesentlichen nur noch auf das Gebiet zwischen Straßburg und Saargemünd) und dürfte auch durch die Fusion zur Großregion bald völlig verschwinden. Weiterhin ist ein Beitritt einer nicht autonomen Region Frankreichs schier unmöglich.
  • Die wenigen verbliebenen grenznahen dtspr. Minderheiten (im Nord Schleswig. Dänemark; in den Niederlanden im Gebiet von Enschede, Kerkrade und Vaals; in Polen im Gebiet um Swinemünde, Stettin und der Ostlausitz; in Tschechien um Rumburg und Eger; in Ungarn um Ödenburg) werden hier, auch aufgrund bestehender Verträge, nicht berücksichtigt.
  • Die Bereitschaft der Niederlande dürfte, trotz der Verwandtschaft ihrer Amtssprache zum Niederdeutschen, für eine Mitgliedschaft nur gering ausgeprägt sein, da sie ihre Sprache in einer eigenen Vereinigung (der Nederlandse Taalunie) organisiert hat und deutsch dort zusehends an Bedeutung verliert. Auch wäre ein Beitritt der Niederlande und des Flämischen Sprachgebietes wegen der strategischen Interessen Frankreichs sowie Großbritanniens nicht möglich.
  • Das fiktive Projekt wäre eine mögliche Alternative zur Europäischen Union oder Teil deren künftiger Raumgliederung. So könnte, innerhalb der EU, die Anzahl der Staaten von 28 auf mindestens 17 oder 15 reduziert werden.
»Norman Roloff« hat folgende Bilder angehängt:
  • Die Bundesländer Deutschlands nach einer möglichen Neugliederung als eventuelle Vorbereitung auf die DSG (DG).jpg
  • die möglichen 27 Mitglieder der Deutschen Gemeinschaft.jpg
  • DEUTSCHE GEMEINSCHAFT (WEST ZENTRALEUROPA) Regionen und Länder.jpg
  • Die 4 Bundesländer der Deutschen Gemeinschaft nach einer möglichen Reform der Ländergrenzen.jpg
  • DEUTSCHE GEMEINSCHAFT (WEST ZENTRALEUROPA) Länder.jpg
  • die möglichen neuen Bundesländer der Deutschen Gemeinschaft (West Zentraleuropa) _ physisch.jpg
  • mögliche Administrative Gliederung der Deutschen Gemeinschaft.jpg
  • mögliches politisches System der Deutschen Gemeinschaft.jpg

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Dienstag, 13. Mai 2014, 14:03

mögliche neue Bundesländer, ungefähre Einwohnerzahl, Größe und eventueller Stimmenanteil (Sitze) im Bundesrat:
WESTDEUTSCHLAND ~42,0 Mio / ~142000 km² / 50 Stimmen
OSTDEUTSCHLAND ~15,0 Mio / ~108000 km² / 50 Stimmen
SÜDDEUTSCHLAND ~23,0 Mio / ~106000 km² / 50 Stimmen
ÖSTERREICH ~9,0 Mio / ~91000 km² / 50 Stimmen

mögliche administrative Gliederung und politisches System:
- Die unterste Verwaltungsebene ist die Regionalebene, sie enthält bereits alle notwendigen, auch höher vorzufindenden Gewalten. Regionen (momentan 27) wären demnach vollwertige Gebietskörperschaften, welche aus den Territorien der bisherigen Bundesländer und teilautonomen Gebiete bestehen und alle vorherigen unteren Verwaltungsstufen vereint zusammenführen, wobei hier auch auf sprachliche und kulturelle Aspekte Bezug genommen werden könnte. Ihnen steht die Regionalversammlung vor. Die Wahl erfolgt durch die in der Region amtlich gemeldeten Bürger auf 5 Jahre. Ihre Aufträge aber auch Befugnisse werden, neben den bisher von den Landkreisen, Bezirken oder Gemeinden sowie kreisfreie Städte wahrgenommenen Verbindlichkeiten, auf dem Niveau heutiger Bundesländer erweitert. Gleichzeitig können sie Weisungen des Landes blockieren und Gegenvorschläge unterbreiten.
- Die mittlere Verwaltungsebene ist die Landesebene. Sie rangiert bei der Wertigkeit der Kompetenzen bzw. den Aufgaben zwischen denen heutiger Bundesländer und der Staatlichkeit des Bundes selbst. Repräsentiert wird sie durch den Landtag , welcher ebenfalls von den Bürgern der Regionen und deren Versammlungen auf 5 Jahre gewählt bzw. bestimmt wird.
- Die oberste Verwaltungsebene als primus inter pares, ist letztlich die Bundesebene, welche, neben der gemeinschaftlichen Darstellung im Ausland respektive Verteidigung etc., lediglich die ihr von den Ländern zugewiesenen, gesamtstaatlichen Verpflichtungen übernimmt. Der Bund wiederum kann dann, nach Rücksprache mit den Ländern und Regionen, Teile seines Mandats an noch höhere Institutionen, wie denen der EU, delegieren. Die Vertreter des Bundesrates stellen, zu gleichen Teilen und auf 5 Jahre, die Mitglieder der Landtage. Eine direkte Wahl der Parlamentarier durch die Bürger entfällt.

- Zur besseren Absicherung gegenüber der Gefahr einer Gewaltenverschiebung und einer Befürwortung der Stärkung des Parlamentes, könnten die beiden ersten Ämter des Staates zusammengeführt und auf rein repräsentative Aufgaben, reduziert werden.
- Ein direktes Vetorecht der Bürger in Richtung Bundesrat oder Landtag bzw. über unabhängigen Bundes-, Landes- und Regionalgerichte bezüglich der Bundes-/Landesregierung, um eine Volksabstimmung auszulösen, wahrt ein Höchstmaß an Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung. Vergleichbares gilt für die Region über die "Amtsgerichte". Die Richter dürften dann von den Parlamentariern weder ernannt, vorgeschlagen noch entsendet werden. Diese Autonomie sichert der Judikative , wie auch im Fall einer möglichen Monetative, den notwendigen Spielraum bei der korrekten Bewertung demokratischer Belange in puncto Gesetzes- und Personalfragen. So würden gefährliche politische Entwicklungen rechtzeitig gemindert und durch die Bündelung von Abstimmungsinitiativen auf 4 Zeiträume pro Jahr in allen Ebenen den Parlamentariern genügend Gestaltungsfrist verschafft.
Ebenso darf die Legislative bei mangelnder Beschlussfähigkeit ihrerseits mit einfacher Mehrheit Volksreferenden anordnen. Gleiches gilt bei der Exekutive. Weiterhin wäre es vielleicht produktiver die Bundes-, Landes- u. Regionalgerichte bei der Ausarbeitung und Absegnung von Gesetzesinitiativen zwecks ihrer Sinnhaftigkeit (als Kontrollorgan) stärker mit einzubeziehen.
- Um dennoch einen vitalen oder funktionellen Austausch zwischen Exekutive und Legislative zu ermöglichen, könnte man mit der Einführung
des Einkammersystems, auf Bundes- wie Landesebene, hier einen entsprechenden Ausgleich schaffen.
- Den Kanzler ebenso wie der Landeshauptmann und die Minister der Regierung auf Bundes- wie Landesebene wählt das Parlament (Bundesrat, Landtag).
- Entscheidungen, welche die Betriebsamkeit des Bundes beeinflussen, dürfen nicht ohne das Parlament gefällt werden.
- Die Subventionierung von Parteien, deren Medien und Stiftungen aus Steuermitteln (gesamt ~800 Mio.€/Jahr) sollte vielleicht überdacht werden, da das Befördern von Machtkämpfen bzw. rhetorisches Rivalisieren nur wenig mit dem Erhalt oder der Gestaltung unseres Gemeinwohls, dem Portieren des Willens der Bürger und der Qualifizierung effektivster Ideen,
vereinbar sein dürfte. Auch ist eine Stufung des Wahl- bzw. Stimmrechts zugunsten der Leistungsträger in Erwägung zu ziehen.
- Die Frage nach der 4ten Gewalt, der Monetative, wird hier nur am Rande mit aufgenommen, da diese meines Wissens derzeit nicht abschließend zu klären ist.

Bevölkerungszahl und autarke Versorgung:
=> bis max. ~125 Mio. Menschen bei relativ autarker aber suboptimaler Versorgung
(Flächenbedarf für jährlichen pro Kopf Verbrauch tierischer und pflanzlicher Lebensmittel: optimale Versorgung mit ~2500 m²[0,0025 km²] / eingeschränkte Versorgung mit ~1500 m²[0,0015 km²])
- zur Verfügung stehende Nutzflächen in Deutschland ~170000 km²
- zur Verfügung stehende Nutzflächen in Österreich ~30000 km²
= gesamt: 200000 km²
Bedacht muss allerdings auch werden, das eine Steigerung der Population die Nutzflächen z.B. durch Wohnungsbau, dem platzieren von Versorgungseinrichtungen etc. drastisch reduzieren könnte! Weiterhin wird die Finanzierbarkeit hier noch nicht berücksichtigt.


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ENDE

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

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Freitag, 16. Mai 2014, 16:08


Seit einiger Zeit bin ich am Überlegen, ob und in welchem Umfang die deutschsprachigen Minderheitsgebiete, die nicht mit diesem geschlossenen Sprachraum verbunden sind (z.B. in den früheren deutschen Ostgebieten, auf dem Balkan u.a.), an diesem Vorhaben beteiligt werden können.

Ich weiß das ließt Du nicht gern, aber ich würde wenn diese Gebiete nicht direkt angrenzen einfach nicht berücksichtigen.

Nein, ich habe damit kein Problem; es kommt nur auf die jeweilige Thematik an:
Solang es im Rahmen des RDR und der DSG, zu der er weiterentwickelt werden soll, nur um Sprachpflege und -verteidigung geht, können sich auch deutschsprachige Minderheitsgebiete, die nicht unmittelbar an den geschlossenen deutschen Sprachraum angrenzen, beteiligen, soweit sie es wollen.
Innerhalb des geschlossenen deutschen Sprachraumes, der einmal die Außengrenzen der DSG bilden soll, ist die Lage unterschiedlich: wo die deutsche Sprache alleinige Amtssprache ist Deutschland, Österreich, Liechtenstein), sind die außersprachlichen Zuständigkeiten schon jetzt in der selben Hand wie die sprachlichen. Wo die deutsche Sprache eine Amtssprache neben anderen ist (deutschsprachige Schweiz, Lützeburg/Letzebürg/Luxemburg, Deutschsprachige Gemeinschaft Ost-Belgiens), müssen die jeweiligen Deutschsprachigen weiterhin in dem Staatswesen, zu dem sie gehören, ihre Sprachpflege- und -verteidigungsinteressen wahrnehmen und ihre Vorstellungen in den außersprachlichen Angelegenheiten in die gesamtstaatliche Willensbildung einbringen. Durch ein Grundgesetz einer Deutschsprachigen Gemeinschaft (DSG-GG) werden sie davon freigestellt, ihre außersprachlichen Angelegenheiten übereinstimmend mit dem DSG-GG zu gestalten, soweit es die Verfassung und sonstigen Gesetze des Staates, zu dem sie jeweils gehören, verbieten - in diesem Bereich sind sie dann nur in der Weise an das DSG-GG gebunden, dass ihre Einflussnahmen auf die jeweiligen (gesamt-) staatliche Gesetzgebung und Verfassung inhaltlich mit dem DSG-GG übereinstimmen. Und wo die deutsche Sprache nur noch Minderheitssprache ist (Elsass, Niederlothringen, Stettin, Gebiet östlich von Görlitz, Eger und Reichenberg in Tschechien, Gebiete östlich der burgenländisch-österreichischen Grenze usw.), gilt für die außersprachlichen Angelegenheiten das selbe, während die betreffenden Minderheiten hier auch in den sprachlichen Angelegenheiten darum kämpfen müssen, dass ihr Minderheitenstatus nicht gefährdet oder beeinträchtigt wird.

Das wird alles einmal im DSG-GG stehen, an dem ich arbeite - bis es fertig ist, wird aber noch einiges Wasser den Bach hinunterlaufen.

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

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4

Freitag, 23. Mai 2014, 09:58

RE: DSG-Gliederung und -Organisation

Hier werde ich, graphisch, anhand von Kartenmaterial versuchen die bisherigen, im Jahr 2011/12 begonnenen Modelle zur Vereinigung des deutschen Sprachraumes nochmals optisch zu verdeutlichen und weiterentwickeln.

Name:
Deutschsprachige Gemeinschaft
Mitglieder:
Liechtenstein, DG Belgien, Südtirol, dspr. Schweiz, Österreich, Deutschland
Aufbau:
föderaler Bundesstaat, 5 Bundesländer, Einkammersystem/Ländervertretung, Bundesrat mit 100 Sitzen (20 pro Bundesland), Bundesländer unterteilt in jeweils 10 Landkreise (Kantone), Landtag (Ständerat) mit 100 Sitzen (10 pro Landkreis (Kanton/Bezirk))
Amtssprache: deutsch

Die Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG) soll aus dem Rat für Deutsche Rechtschreibung (RDR) entwickelt werden. Dazu sind natürlich mehrere Schritte nötig, unter anderem ein Ausweiten des Mitgliedsgebiets auf die Gebiete, auf die sich der geschlossene deutsche Sprachraum erstreckt, in denen die deutsche Sprache nur noch eine Amtssprache unter anderen ist (Lützeburg/Letzebürg/Luxemburg und Areler Land) oder nur noch von einer Minderheit gesprochen wird (Elsass, Niederlothringen, Stettin, Neiße-Grenzgebiet östlich von Görlitz, Gebiet um Asch, Eger und Reichenberg, Gebiet um Ödenburg).

Die Deutschsprachige Gemeinschaft soll nicht durch einen staatlichen Zusammenschluss bestehender Staaten bei gleichzeitigem Neuordnen ihrer Teilgebiete gegründet werden, sondern durch ein Weiterentwickeln des RDR zur DSG wie bisher neben den heutigen Staaten und ihren Ländern bzw. entsprechenden Untergliederungen. Die Weiterentwicklung soll nicht nur ein Erweitern der heutigen RDR-Mitgliedsgebiete auf den gesamten geschlossenen deutschen Sprachraum umfassen, sondern den Aufbau von Mundart-Gemeinschaften als Untergliederungen entsprechend den heutigen Bundesländern/Kantonen und dergleichen, und dann natürlich auch ein Umbenennen des RDR in DSG, vielleicht über die Zwischenstufe RDS (Rat für Deutsche Sprache).
Auf diese DSG einschließlich ihrer Mundart-Gemeinschaften sollen dann schrittweise sowohl die sprachlichen als später auch die außersprachlichen Zuständigkeiten der heutigen RDR-Mitgliedsstaaten und ihrer Untergliederungen übertragen werden, so dass ein ähnlicher Abbau der nationalstaatlichen Zuständigkeiten bei gleichzeitigem Stärken der gemeinschaftlichen stattfinden würde wie heute zwischen Nationalstaaten und EU - ebenso gleichzeitig ein Stärken der Mundart-Gemeinschaften entsprechend dem langsamen Stärken der Regionen in der EU.

Deine Vorstellungen, wie Du die Innengliederung vornehmen willst, wirst Du wahrscheinlich noch erläutern, denn ein "föderaler Bundesstaat" und ein Einkammersystem schließen sich gegenseitig aus. Andererseits willst Du ja auch eine Ländervertretung. Einen Bundesrat mit pauschal 20 Stimmen pro Bundesland würde ich nicht annehmen. Auch die Bezeichnung "Bundesland" würde es den nichtbundesdeutschen und nichtösterreichischen Ländern wahrscheinlich schwerer machen, sich zu beteiligen. Aber ich will jetzt eben noch nicht abschließend Stellung nahmen, bevor Du nicht alles vollständig ausformuliert hast.

Wegen der Bezeichnung "Deutschsprachige Gemeinschaft" (DSG) schlage ich vor, dass wir uns auf eine ähnlich Unterscheidung einigen wie bei ZEG und ZEU, denn das, wofür eine DSG im Rahmen dieses Forums und im Rahmen der es betreibenden GDS steht, ist wie beschrieben doch um einiges anders als das, was Du jetzt unter dem DSG-Kürzel aufbauen willst.

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

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Sonntag, 25. Mai 2014, 02:01

Danke für das Anpassen der Karten; damit haben wir in den wesentlichen Dingen wieder eine gemeinsame Linie gefunden, die wir weiterverfolgen sollten. Die nach wie vor offenen Einzelthemen sollten wir nebenbei behandeln, so dass die dabei noch bestehenden Unterschiede oder Unklarheiten nicht das Vorankommen in den grundlegenden Dingen verzögern.

Darüber, dass die DSG/DG, wenn sie vollendet ist, ein Bundesstaat sein soll, dürften wir uns einig sein. Der Weg dahin wird aber nur über einen Staatenbund noch eigenständiger Staaten führen, eben eine Gemeinschaft ähnlich der EU. Am Anfang dieses Weges stehen die heutigen Nationalstaaten und ihre jeweiligen Untergliederungen sowie der RDR als Keimzelle für eine Deutschsprachige Gemeinschaft; mit dem RDR ist das allererste Stück des Weges gegangen worden, und deshalb sollte dieser fortgesetzt werden. Es ist ja heute ohnehin schwer genug, einen solchen Weg zu finden, ohne den Argwohn heraufzubeschwören, dass man das Wiederauferstehen eines Großdeutschen Reiches betreibe. Zweck und Ziele des RDR sind in dieser Hinsicht "unverdächtig", denn gegen die Pflege der deutschen Sprache zumindest in den Gebieten, auf die sich der geschlossene deutsche Sprachraum erstreckt, kann niemand etwas einwenden - es gibt ja für die meisten großen Sprachen der Welt solche Organisationen und Gemeinschaften, so dass die deutsche Sprache das selbe Recht hat wie sie, sich über die bestehenden nationalstaatlichen Grenzen hinweg zu organisieren.

Keinen solchen Argwohn zu erwecken, war auch ein Grund dafür, dass ich beim Einleiten des Vorhabens das Wort "deutsch" vermeiden wollte und die Bezeichnung Zentraleuropäische Gemeinschaft (ZEG) benutzte, denn das würde es den deutschsprachigen Staaten und Gemeinschaften außerhalb der BRD leichter machen, sich an einer solchen Gemeinschaft zu beteiligen. Andererseits brauchen wir auch hier nicht hinter das bereits durch den RDR Erreichte zurück zu gehen und können uns des Namens "deutsch" unbefangen bedienen, solang die Gemeinschaftsbezeichnung nicht bei zweifelnden Gemütern den Eindruck erweckt, es gehe doch um das Wiederherstellen eines nationalstaatlichen Reiches. Deshalb halte ich die Bezeichnung "Deutsche Gemeinschaft" für zu anfällig, solchen Argwohn wiederzuerwecken, und meine halt, dass die Bezeichnung "Deutschsprachige Gemeinschaft" unverfänglicher ist, zumal sie den Charakter der Gemeinschaft als eine Organisation, deren Zweck Pflege und Verteidigen der deutschen Sprache ist, in der Anfangszeit treffender wiedergibt.

Darüber, dass die Mundarten die grundlegende Untergliederung der Gemeinschaft sein sollen, dürfte auch Einigkeit bestehen. Allerdings kommen mir die fünf Mundart-Gruppen bzw. künftigen Gliedstaaten einer DG/DSG doch zu groß vor, und ich glaube, dass das auch in Deinem letzten Beitrag anklingt. Es würde wahrscheinlich in der Tat auch das Aufgeben der Eigenständigkeit der heutigen Mitgliedsstaaten und -Gemeinschaften des RDR erschweren. Deshalb sollte wohl am besten ein Untergliedern der Gemeinschaft in mehr als fünf Gliedstaaten angestrebt werden - die mundartlich verwandten Gliedstaaten können ja dann beim Themenbereich der Mundartpflege Arbeits- oder Teilgemeinschaften bilden. So könnte man auch die entstandenen wirtschaftlichen Verflechtungen jenseits der mundartlichen Gemeinsamkeiten besser berücksichtigen.

Bei den Begriffen Bundestaat und Staatenbund gehe ich von folgenden Begriffsfestlegungen aus, die auch weitestgehend den allgemeinen Bezeichnungen entsprechen dürften:
Ein Staatenbund kommt zustand, wenn völlig eigenständige (souveräne) Staaten miteinander nicht nur Verträge schließen, sondern auf Grund solcher Verträge auch gemeinsame Organe errichten, die für bestimmte, genau festgelegte Angelegenheiten zuständig sind.
Mit einem Bundesstaat wird ein neues Staatswesen, nämlich ein Gesamtstaat, errichtet, der sich aus den Gliedstaaten zusammensetzt; im heutigen Deutschland ist das der Bund, Gliedstaaten sind die Länder. Im Bundesstaat sind die Gliedstaaten nicht mehr voll eigenständig (souverän), sondern nur noch in den Angelegenheiten, die nicht auf dem Gesamtstaat übertragen sind. Umgekehrt ist der Gesamtstaat nur für die Angelegenheiten zuständig, die ausdrücklich in einen Zuständigkeitskatalog aufgenommen werden, während alles, was nicht in diesem Zuständigkeitskatalog steht, in der Zuständigkeit der Gliedstaaten verbleibt.
In einem Bundesstaat gibt es unterschiedliche Ebenen der Verdichtung. Die unterste Ebene besteht darin, dass der Zuständigkeitskatalog des Gesamtstaates von den Gliedstaaten nur einstimmig errichtet und später geändert werden kann, so dass kein auch noch so kleiner Gliedstaat überstimmt werden kann und damit stets Herr seiner eigenen Souveränität bleibt. Auf der nächsten Ebene können Gliedstaaten überstimmt werden, wenn die gesamtstaatliche Verfassung nach den dafür in ihr enthaltenen Regelungen mit einer Zweidrittel- oder einer anderen qualifizierten Mehrheit geändert werden kann. In diesem Sinn befindet sich die Bundesrepublik Deutschland auf einer solchen zweiten Stufe, denn nach dem Grundgesetz kann der Zuständigkeitskatalog des Bundes als Gesamtstaat mit einer Zweidrittelmehrheit sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat geändert werden, weshalb die Gliedstaaten nicht mehr vollständig souverän sind, soweit sie es nicht schaffen, zusammen mit anderen Gliedstaaten in wenigstens einer der beiden Kammern ein Eindrittel-Sperrminderheit zusammenzubekommen.
In einer DG/DSG darf zumindest am Anfang und dann lange Zeit weiterhin die erste Stufe nicht überschritten werden, d.h., ein Zuständigkeitskatalog für die Gemeinschaft darf nur einstimmig errichtet und geändert werden.

Beim Aufbau einer DG/DSG aus dem RDR wird es zunächst darum gehen,
1. die Rechtsgrundlagen des RDR in einen einheitlichen Gesamtvertrag weiterzuentwickeln (z.B. Grundstatut des RDR),
2. die noch nicht dem RDR angehörenden Gebiete des geschlossenen deutschen Sprachraums für eine Beteiligung zu gewinnen,
3. die Empfehlungsmacht des RDR hinsichtlich der deutschen Rechtschreibung in eine verbindliche Regelungsmacht umzuwandeln,
4. die Zuständigkeiten des RDR über die Rechtschreibung hinaus auf die gesamte deutsche Sprache auszuweiten (RDR -> RDS),
5. die Mundarten als Mitgliedsorganisationen einzubringen und für sie Mundart-Gemeinschaften einzurichten.

Welche Stimmgewichtungen den einzelnen Ländern/Kantonen usw. bzw. den Mundart-Gemeinschaften in den Beschlusskammern und Ausführungsorganen der Gemeinschaft zukommen werden, wird ebenfalls zu klären sein. Meinerseits bevorzuge ich nach wie vor ein Ausrichten auf die Einwohnerzahlen. Andererseits hast Du damit recht, wenn Du sagst/schreibst, dass höhere Stimmgewichtungen für die kleineren Untergliederungseinheiten deren Beteiligungsbereitschaft fördern können. Deshalb dürfte es sinnvoll sein, von den ebenfalls bereits bestehenden Regelungen in den Mitgliedsstaaten und -Gemeinschaften des RDR und in diesem selbst auszugehen und eine endgültige Regelung dem Entwicklungsprozess im Zuge des Aufbaus einer DG/DSG zu überlassen. So nehmen z.B. im bundesdeutschen Grundgesetz die Stimmgewichtungen im Bundesrat zwar auf die Einwohnerzahlen der Länder Bezug, verteilen sie aber dennoch "asymmetrisch" bzw. "nichtproportional". Genau so ist es im RDR.

Für unser Vorgehen lassen sich zumindest drei Punkte auflisten:
1. Wir sollten eine Methode entwickeln, weitere "Mitarbeiter" zu finden und Aufmerksamkeit für das Vorhaben zu erregen.
2. Wir sollten Kontakte mit allen für das Vorhaben bedeutsamen Einrichtungen und Organisationen aufnehmen und Unterhalten.
3. Wir sollten klare und verständliche Gestaltungs- und Regelungsmodelle entwickeln, die leicht mehrheitsfähig und umsetzbar sind.

Also, legen wir mal los, nachdem wir unsere beiden Durchhänger überwunden haben! :thumbsup:

Michael Frietsch

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Sonntag, 8. Juni 2014, 23:15

RE: Deutschsprachige Gemeinschaft

Hier werde ich, grafisch, anhand von Kartenmaterial die bisherigen, im Jahr 2011/12 begonnenen Modelle zur Vereinigung des deutschen Sprachraumes nochmals optisch verdeutlichen und mit Herrn Frietsch weiterentwickeln.


BILD 1 Deutsche "Sprachen" /grosse Dialektgruppen in der Gemeinschaft (vereinfachte Darstellung)
BILD 2 mögliche Bundesländer und deren Grenzen (Vorschlag, vereinfachte Darstellung)
BILD 3 administrative Gliederung der D(S)G (Vorschlag)
BILD 4 politisches System der D(S)G (Vorschlag/in Arbeit)
BILD 5 Alternative Aufteilung (Vorschlag)

mögliche Mitglieder: Liechtenstein, DG Belgien, Südtirol, dspr. Schweiz, Österreich, Deutschland / (Areler Land, Luxemburg, Niederlothringen, Elsass)


Dieser Themenstrang hat die selbe Bezeichnung wie das Unterforum, in dem er eröffnet wurde, nämlich "Deutschsprachige Gemeinschaft". Deshalb werde ich ihn umbenennen in "Hauptstrang DSG", denn im Unterforum DSG werden noch andere Themenstränge geführt, deren Gegenstand ebenfalls die Deutschsprachige Gemeinschaft ist.

Michael Frietsch

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Montag, 9. Juni 2014, 00:22

Länderbezeichnungen

Mit diesem Beitrag wird Bezug genommen auf Deine DSG-Karte, die ich in den Dateianhang übernommen habe.

Die sechs großen DSG-Mundartgebiete sind inzwischen festgelegt, aber noch nicht ihre Bezeichnungen. Dazu habe ich folgende Anmerkungen:

Ob die Schleswig-Holsteiner und die Falen bereit wären, sich allesamt als Niedersachsen bezeichnen zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Ich habe aber auch noch keinen mich selbst überzeugenden Namensvorschlag.

Gleiches gilt für Thüringer und Sachsen sowie für Bayern und Österreicher, ebenso für Alemannen, Schwaben und Schweizer.

Deshalb rege ich an, dass wir bis zu einer einvernehmlichen Klärung zu den Bezeichnungen zurückkehren, die wir schon einmal entwickelt hatten:

FALEN-NIEDERSACHSEN; KURMARK-MECKLENBURG, SACHSEN-THÜRINGEN, FRANKEN, ALEMANNIEN, BAYERN-ÖSTERREICH.


Diese großen Mundart-Gebiete würden es erforderlich machen, dass sich mehrere Teilgebiete zumindest nur unter Unbehagen in diese großen Gebietseinheiten einordnen, was ich mir frühestens für den sehr fernen Zeitraum des Erreichens des Ziels einer in diese großen Teilländer untergliederten DSG vorstellen könnte. Deshalb dürfte es sinnvoll sein, zunächst ein Neugliedern der heutigen Länder, Kantone usw. entsprechend den jeweiligen Mundart-Grenzen und den Untergrenzen innerhalb ihrer anzustreben und dabei die Identität der bestehenden Ländereinheiten zumindest vorerst noch bestehen zu lassen. Das könnte etwa so aussehen (vgl. dazu Bild 2 im Dateianhang:

Mundart-Gemeinschaft FALLEN-NIEDERSACHSEN: Länder Falen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
Mundart-Gemeinschaft KURMARK-MECKLENBURG: Länder Mecklenburg, Kurmark
Mundart-Gemeinschaft SACHSEN-THÜRINGEN: Länder Thüringen, Sachsen
Mundart-Gemeinschaft FRANKEN: Länder Moselfranken (mit Saarland-Lothringen), Lützeburg/Letzebürg/Luxemburg (mit Arel, Eupen und St. Vith), Rheinland-Hessen, Mainfranken
Mundart-Gemeinschaft ALEMANNIEN: Länder Niederalemannien, Elsass, Schwaben, Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg
Mundart-Gemeinschaft BAYERN-ÖSTERREICH: Länder Bayern, Tirol, Donauösterreich (mit Burgenland), Steiermark-Kärnten (Grenzen zu Tirol nicht wie heute, sondern nach den Mundartteilgebieten).

Diese Länder sollen die sein, aus denen sich die DSG zusammensetzt (so wie heute die bundesdeutschen und österreichischen Bundesländer oder die Kantone der Schweiz). Zwischen diesen Ländern und der Gemeinschaftsebene sollen letzten Endes die Mundart-Gemeinschaften stehen, so wie heute zwischen den Bundesländern und der EU z.B. die Bundesstaaten BRD und Österreich stehen. In diesen Mundart-Gemeinschaften können die ihnen jeweils angehörenden Länder, bestimmte Aufgaben gemeinsam erledigen und sie hierzu auf die Ebene der Mundart-Gemeinschaft übertragen, während alles andere, was sie nicht übertragen, in der Alleinzuständigkeit der Länder bleibt.
Das gleiche System gilt dann zwischen den Ländern und der Gemeinschaft: Nur das, worauf sich die Länder einstimmig verständigen können, kommt auf die Gemeinschaftsebene, während alles andere in der Zuständigkeit der Länder bleibt.
Zeitlich beginnt alles mit den heutigen Bundesstaaten und ihren Ländern/Kantonen und dem RDR. Es handelt sich um ein Zweisäulen-Modell: Der RDR wird von Anfang an in Richtung DSG weiterentwickelt, in Richtung der sechs großen Mundart-Gemeinschaften untergliedert und durch Zuständigkeitsübertragungen von den heutigen Bundesstaaten und Ländern/Kantonen her gestärkt, während diese dadurch nach und nach gegenstandslos gemacht und schließlich aufgelöst werden. Darum ist es auch nicht unbedingt nötig, die heutigen Gesamtstaaten und Länder/Kantone umfassend neu zu gliedern, sondern sie durch Zuständigkeitsübertragungen nach und nach gegenstandslos zu machen. Natürlich schließt das nicht aus, dass die heutigen Gesamtstaaten und Länder/Kantone schon vorher neu gegliedert werden, soweit es gewünscht und von der jeweiligen Bevölkerung mitgetragen wird.

Bei Deinen Organisationsmodellen muss darauf geachtet werden, dass die Gewaltenteilung verwirklicht und erhalten wird: Die Gemeinschaft hat ihre gesetzgebenden, ausführenden und rechtsprechenden Staatsorgane ebenso wie die Länder. Alles muss streng nach dem Grundsatz der Subsidiarität aufgebaut sein, d.h., Grundeinheit des öffentlichen Zusammenlebens sind die Gemeinden. Sie sind für alles zuständig, was nicht auf eine höhere Ebene übertragen wird. Übertragungen auf höhere Ebenen können grundsätzlich nur einstimmig erfolgen. Höhere Ebenen sind stets nur für das zuständig, was in dieser Weise in einen für sie geltenden Zuständigkeitskatalog aufgenommen wird. So lautet dann die Reihenfolge wie folgt:
GEMEINDEN (sie können Kreise bilden), LÄNDER (sie können Mundart- und andere (Themen-) Gemeinschaften bilden) und GESAMTGEMEINSCHAFT (= Deutschsprachige Gemeinschaft).

Ein einheitliches Organisationsmodell wie von Dir entwickelt wird es erst bei Erreichen der Endform der DSG und ihrer Länder geben. Bis dahin werden wir stets ein Zweisäulen-Modell haben, bei dem die von den heutigen Bundesstaaten und ihren Ländern/Kantonen gebildete Säule nach und nach abgebaut und schließlich gegenstandslos und vom RDR bzw. der künftigen DSG und ihren Ländern/Mundart-Gemeinschaften gebildete Säule im selben Maß nach und nach aufgebaut wird.
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Michael Frietsch

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Sonntag, 15. Juni 2014, 15:08

Namen der Mundart-Gemeinschaften

Bei den großen Mundart-Gemeinschaften einer Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es jetzt nur noch bei der "Nordmark" und bei "Bayern-Österreich" Zweifel.

Die "Nordmark" erweckt den Eindruck, dass sie den gesamten Norden der DSG erfasst, also auch den Nordteil dessen, was wir als Mundart-Gemeinschaft "Niedersachsen" vorgesehen haben. Deshalb sollte man sie vielleicht besser "Nordostmark" nennen. Begeistert bin ich aber auch davon nicht.
Vielleicht lässt sich eine Bezeichnung finden, die sich auf Elbe und Oder bezieht und/oder auf die beiden Mundarten, nämlich das Märkische und das Mecklenburgische, Bezug nimmt. Oder wir kehren zu "Kurmark-Mecklenburg" zurück, bis uns etwas besseres einfällt, das uns beide zufriedenstellt.

Bei "Bayern-Österreich" ist es noch etwas schwieriger, denn es handelt sich in diesem gesamten Gebiet um die bayerische Mundart, was aber den Österreichern insgesamt und auch den Tiroler nicht gefallen dürfte, wenn es um die Bezeichnung für die gesamte Mundart-Gemeinschaft geht. Mir ist aber auch noch nichts anderes eingefallen, so dass wir vielleicht auch hier bei "Bayern-Österreich" bleiben sollten, bis uns etwas besseres einfällt.
Unter Bezugnahme auf Deine Karte mit den Gesamt- und Teil-Mundartgebieten (Karte 1 in meinem vorangegangenen Beitrag) könnte ich mir allenfalls vorstellen, dass man das nordbayerische und den westlichen Teil des mittelbayerischen Mundartgebiets bei den Mundart-Gemeinschaften insgesamt als "Bayern" bezeichnet, den östlichen Teil des mittelbayerischen als "Donauösterreich" und das südbayerische Mundartgebiet als "Alpenösterreich" oder es in zwei Teile trennt, nämlich in "Tirol" und "Steiermark-Kärnten".
Allerdings ist dann halt auch für das gesamte bayerisch-österreichische Mundart-Gebiet noch kein passender Name gefunden.

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Sonntag, 15. Juni 2014, 15:35

Organisationsdarstellungen

Um von Deiner Organisationspyramide zu einer Gesamtdarstellung der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu kommen, müsste man zwei Pyramiden waagrecht nebeneinander stellen, eine für die Mundart-Gemeinschaften und deren Teilgebiete, die andere für die jetzigen Bundesländer, Kantone usw. Auf der Spitze beider Pyramiden würden dann die Sockelspitze einer weiteren Pyramide sitzen, durch die die Gemeinschaftsebene und -Organe dargestellt werden., in reiner Textform etwa so:

DSG-Gemeinschaftsorgane

(Gemeinschaftsversammlung / -verwaltung / -gerichtsbarkeit)

(Pyramide 1 / Pyramide 2)

heutige Nationalstaaten / Rat für Deutsche Rechtschreibung/Sprache RDR/RDS)

(D, A, CH, FL, L, (DGB), (Südtirol) / deutschsprachige Mundart-Gemeinschaften)

heutige Länder/Kantone der Nationalstaaten - einzelne Mundarten in den Mundart-Gemeinschaften
.

Die vorgesehenen Zuständigkeitsübertragungen von den heutigen Nationalstaaten und ihren Ländern/Kantonen auf die Mundart-Gemeinschaften und ihre einzelnen Mundarten würden also von Pyramide 1 nach Pyramide 2 stattfinden.

Das Ganze ließe sich natürlich auch in einer Pyramide zusammenfassen, indem man die Pyramiden 1 und 2 jeweils senkrecht unterteilt und die dritte Pyramide auf ihren Spitzen zur Spitze der Gesamtpyramide macht. In den unterteilten Pyramidenzeilen stehen dann die heutigen Nationalstaaten links der Unterteilung, rechts davon RDR/RDS, in der dritten Zeile darunter links der Unterteilung die Länder und Kantone der Nationalstaaten und rechts davon die einzelnen Mundarten der großen Mundart-Gemeinschaften.

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Sonntag, 13. Juli 2014, 22:05

RE: RE: Organisationsdarstellungen

Aber schaumal, was hälst Du davon:
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt…7f88f09e85.html
http://www.echo-online.de/region/bergstr…art1233,2409849

Habe das oben bereits in einer neuen Pyramide eingebaut, wobei man sich sicherlich über die Anzahl der "Regionen" noch streiten kann!

Die Beiträge zeigen nur, wie sehr die meisten Politiker, besonders bei der SPD, noch immer in die völlig falsche Richtung denken, nämlich entgegen dem Subsidiaritäts- und Dezentralisierungsgrundsatz, und wie ferngesteuert noch immer nach größeren und noch größeren Einheiten streben, noch mehr weg von den Bedürfnissen der Bürger, die in ihren Dörfern, Gemeinden und Wohnbezirken immer weniger Versorgungs- und Verwaltungseinrichtungen vorfinden, was natürlich für Behinderte, Alte, Kinderreiche und andere Gift ist.

Worüber man reden kann, ist das Aufheben der in den größeren Bundesländern bestehenden Regierungsbezirke. Deren Zuständigkeiten sollten je nach Bedürfnissen im einzelnen Fall auf die Landesverwaltungen oder auf die Kreise verteilt werden. Genau das Gleiche gilt für das Verhältnis zwischen Kreisen und Gemeinden sowie innerhalb der Gemeinden. Als die heutigen Verwaltungsstrukturen vor vierzig und in den neuen Bundesländern vor mehr als zwanzig Jahren aufgebaut wurden, hatte man es noch mit ganz anderen Kommunikations- und Verkehrsstrukturen zu tun; besonders die heutige Kommunikationstechnik würde in vielen fällen Zuständigkeitsrückübertragungen von den oberen auf die jeweils unteren Ebenen möglich machen. Im Interesse eines Verbesserns der Lebensverhältnisse der Menschen müsste das auch geschehen. Der Lemmingszug zu immer mehr Zentralisierungen und immer mehr Großeinheiten müsste umgekehrt werden in eine schrittweise, aber nachhaltige Dezentralisierung und Subsidiarisierung.

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Donnerstag, 17. Juli 2014, 00:26

DSG-Länder

Auf der Grundlage Deiner Karte der DSG-Länder (Dateianhang Karte 1) und meiner Karte über die deutsche Mundarten nach 1945 (Dateianhang Karte 2) sollen in der DSG folgende Länder gebildet werden:
- Schleswig-Holstein (Mundartgebiete 1, 2 und 3 nach Karte 2),
- Niedersachsen (Dein Nordniedersachsen in Karte 1 ohne mein Schleswig-Holstein nach Karte 2),
- Nordrhein-Westfalen (Karte 1),
- Ostfalen (Karte 1),
- Mecklenburg-Vorpommern (Karte 1 einschließlich Minderheitsgebiet Stettin),
- Kurmark-Brandenburg (Brandenburg nach Karte 1),
- Sachsen (Karte 1 einschließlich Minderheitsgebiete Görlitz, Reichenberg und Asch/Eger)),
- Thüringen (Karte 1),
- Mainfranken (Karte 1),
- Rheinland-Hessen (Rheinfranken nach Karte 1 einschließlich Niederelsass),
- Niederfranken (Moselfranken nach Karte 1 einschließlich Eupen, aber ohne Saarland),
- Lützeburg (Letzebürg/Luxemburg einschließlich Arel und St. Vith),
- Saarland-Lothringen (Saarland und Niederlothringen),
- West-Alemannien (Ober- und Unterelsass),
- Nord-Alemannien (Baden nach Karte 1),
- Süd-Alemannien (deutschsprachige Schweiz),
- Ost-Alemannien (Vorarlberg und Liechtenstein nach Karte 1),
- Schwaben (Karte 1),
- Bayern (Karte 1),
- Tirol (Tirol nach Karte 1 und deutschsprachiger Teil Südtirols),
- Kärnten (Mundartgebiet 53 nach Karte 2 ohne die Tiroler Gebiete nach Karte 1),
- Donauösterreich (Mundartgebiet 52 nach Karte 2 ohne bayerische und Tiroler Randgebiete nach Karte 1, einschließlich Minderheitsgebiet Ödenburg).

Diese 22 Länder bilden die vorgesehenen sechs großen Mundart-Gemeinschaften nach Karte 3 im Dateianhang (Niedersachsen, Kurmark-Mecklenburg, Sachsen-Thüringen/Thüringen-Sachsen, Franken, Alemannien, Bayern-Österreich). Bei diesen handelt es sich um eine verfassungsrechtliche Zwischenebene innerhalb der DSG, auf der die Länder nach ihren Mundart-Zugehörigkeiten in der Mundartpflege zusammenarbeiten. Gleichzeitig können sie bei nichtmundartlichen Angelegenheiten (z.B. Wirtschaft und Verkehr) andere Sonderverbindungen bilden.
Diese Lösung bietet ein geeignetes Scharnier oder neudeutsch eine Schnittstelle, um einerseits die sprachlich-mundartlichen Zusammenhänge zu pflegen und andererseits wirtschaftliche, verkehrsbedingte und andere nichtmundartlichen Angelegenheiten miteinander zu koordinieren.

Mit Dänemark wäre darüber zu verhandeln, ob die deutsch-dänische Grenze nach der tatsächlichen Sprachgrenze gezogen werden und im Zuge dessen die deutschsprachige Minderheit nördlich der heutigen Grenze und die danische Minderheit südlich davon jeweils entsprechend umgegliedert werden. Solang das nicht geschieht, wäre mit der Überlappungslösung zu arbeiten.
Diesen und anderen nicht-deutschsprachigen Minderheiten auf dem Gebiet der DSG sind die bereits vorhandenen, mindestens aber die Minderheitenrechte der Minderheiten- und Regionalsprachen-Schutzabkommen des Europarats zu gewährleisten und sowohl in der DSG als auch in deren Ländern verfassungsrechtlich zu verankern.
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Sonntag, 20. Juli 2014, 23:22

Vergiß bitte nicht das durch das Aufgehen der Dialekte in sogenannte Regiolekte die alten kleineren Mundartgebiete insgesamt keine Rolle mehr spielen.
Wir können die sprachlichen Veränderungen nicht ignorieren oder umkehren, sondern lediglich retten was zu retten ist.
Das mag wohl sein; dann können wir unser Vorhaben aber gleich ganz aufgeben, denn Veränderungen wird es natürlich immer geben; wir können nur bei den heutigen und im Großen und Ganzen schon lang bestehenden Verhältnissen ansetzen. Ob und in welcher Weise künftige Veränderungen dann wieder berücksichtigt werden sollten, wäre dann ein ganz anderes Thema, das vielleicht in einem eigenen Strang zu behandeln wäre.

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Sonntag, 20. Juli 2014, 23:37

- Das Saarland ist sprachlich gespalten

Das ist richtig, aber eben auch ein Fall, wo bereits eine so starke nichtsprachliche Identität besteht, dass hier eine Ausnahme naheliegt, zumal das heutige territoriale Saarland ein guter Anknüpfungspunkt für das Zusammenführen mit dem benachbarten Niederlothringen wäre.

- beim Luxemburgischen streiten sich immer noch die Geister ob es wirklich gegenüber dem Moselfränkischen und damit letzlich auch dem Rheinischen separiert werden kann
Das glaube ich auch nicht, aber beim Lützeburgischen haben wir die Besonderheit, dass Deutsch nur noch eine der drei Amts- und Verkehrssprachen neben dem neuen Lützeburgischen/Letzeburgischen und dem Französischen ist und diese Stellung sich wahrscheinlich nur halten lassen wird, wenn vermieden wird, dass das Deutsch-Lützeburgische nur als Ausläufer oder Anhängsel des Moselfränkischen behandelt wird. Außerdem kommt man wohl sowieso nicht darum herum, Lützeburg/Luxemburg einschleißlich Arel und St. Vith, Niederlothringen und Elsass getrennt von den übrigen Mundartgebieten, denen sie zuzuordnen sind, zu behandeln und wieder näher an den deutschen Sprachraum heran zu führen, wenn dafür überhaupt nur der Hauch einer Chance bestehen soll. Das ist vergleichbar mit der Zeit nach 1871, als Elsass-Lothringen vom Deutschen Kaiserreich wie eine Kolonie behandelt und damit der Weg zurück in die deutsche Staatengemeinschaft nachhaltig erschwert, wenn nicht verbaut wurde. Stattdessen hätte man Elsass-Lothringen damals von Anfang an als einen gleichberechtigten deutschen Bundesstaat behandeln und ihm auch bestimmte Besonderheiten und Reservatrechte zugestehen müssen, die daraus erwachsen wären, dass dieses Gebiet eben seit dem 17. Jahrhundert zunehmend unter französischen Einfluss geraten war.

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Sonntag, 20. Juli 2014, 23:46

... ob allerdings das Badensische und das Schwäbische selbst
beginnen deutlich zu verschmelzen (wie in der Grafik) wirst Du mir noch am ehesten beantworten können

Das Schwäbische ist im Bodenseeraum zu Lasten des Alemannischen auf dem Vormarsch; man spricht hier von einem "Verschwäbeln".

Eine Verschmelzung von "badensisch" und "schwäbisch" gibt es aber nicht. Es gibt auch keine "badensische" oder "badische" Mundart, sondern im badischen Landesteil von Baden-Württemberg im Norden die südfränkische und im Süden die alemannische Mundart. Hier bei uns in Mittelbaden ist auch seit Jahrhunderten ein Vordringen der südfränkischen Mundart zu Lasten der alemannischen festzustellen.

Noch etwas anderes: Von uns Badenern werden Bezeichnungen wie "Badenser" oder "badensisch" als Rassismus abgelehnt. Man sagt ja auch "Frankfurter" und nicht "Frankfurtser" und "Schweinfurter" und nicht "Schwein......."! :D Habt Ihr Preußen das jetzt endlich begriffen? :cursing:

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Sonntag, 20. Juli 2014, 23:51

Es kann, auch wenn Du das anders siehst, am Ende nicht die Erhöhung der Anzahl der Bundesländer stehen. Das Modell soll doch letztlich attraktiver und effizienter gestaltet werden.

Sehe ich auch so, aber mein derzeitiges Modell sieht für die gesamte GDS 22 Länder vor, während wir zur Zeit in Deutschland 16, in Österreich 9 haben und dann vielleicht die deutschsprachige Schweiz in diesem Zusammenhang als ein oder zwei Länder behandeln können, dazu kommen dann noch Südtirol, Liechtenstein, Lützeburg, Eupen/St. Vith, und Elsass-Lothringen müssten wir bei dieser Aufzählung dann auch noch als mindestens ein Land mitzählen, also insgesamt mindestens 31 für ein Gebiet, das durch mein Modell auf 22 verringert würde. ;)

Michael Frietsch

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Montag, 21. Juli 2014, 00:36

Wir streiten uns immer noch über die Begriffe Staat, Land, Landkreis wobei ich weiter anmerken muss das das Zusammenlegen der Landkreise zu sogenannten Regionen welche deckungsgleich mit den Dialekt/Regiolektgebieten sind am sinnvollsten wäre.
Ich weiss Du willst am Anfnag Deine Zwischenstufe und das werd ich in einer zweiten Pyramide mitberücksichtigen, aber am Ende sollten aber schon etwas einfachere Strukturen stehen.
Es wird Zeit, dass ich die Neufassung des ehemaligen Zentraleuropäischen Grundgesetzes (ZEGG) fertig bekomme, und zwar als DSG-Grundgesetz (DSGG); in ihm werden die vorstehenden Begriffe dann genauer festgelegt sein.

Vorab als Zusammenfassung nochmal folgendes:
Aus der heutigen Wirklichkeit haben wir als Staaten die Mitgliedsländer des RDR, nämlich Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein sowie als staatenähnliche Territorialgemeinschaften Südtirol und die DGB. Angesichts ihrer Größe sind Deutschland und Österreich in Länder unterteilt; zwischen Bund und Ländern verteilen sich die jeweiligen Zuständigkeiten nach der jeweiligen Verfassung. Bei der Schweiz ist es etwas schwieriger; sie hat ja insgesamt nur die Größe eines deutschen Bundeslandes, und ihre Kantone gleichen am ehesten deutschen Landkreisen.
Insgesamt sind aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz die sprachlichen Zuständigkeiten zwischen der gesamtstaatlichen und der gliedstaatlichen Ebene verteilt. Dem RDR sind bislang noch keine Entscheidungszuständigkeiten übertragen worden; er kann nur Empfehlungen erteilen, an die die genannten staatlichen Einrichtungen nicht gebunden sind. Deshalb wird es auch darum gehen, die Entscheidungszuständigkeiten über das Weiterentwickeln der Schrift- und sonstigen Sprache auf den RDR zu übertragen, so dass die Gesamt- und Gliedstaaten dann daran gebunden sind, wenn sie im RDR je nach ihrem Stimmrecht darüber abgestimmt haben. Der RDR ist heute eine zwischenstaatliche Vertragsgemeinschaft, die zu einer den Staaten übergeordneten Staatengemeinschaft weiterentwickelt werden soll. Am Anfang soll und wird diese Staatengemeinschaft nur für die Deutsche Rechtschreibung zuständig sein, im weiteren Verlauf für alle Angelegenheiten, die mit der Sprache zu tun haben, also z.B. auch im Bildungswesen und im Kommunikationswesen. In dem Umfang, wie solche Zuständigkeiten auf den RDR bzw. dann die DSG übertragen werden, werden sie den Gesamt- und Gliedstaaten bzw. sonstigen Mitgliedsgemeinschaften entzogen. Alles andere verbleibt vorerst unverändert bei den Gesamt- und Gliedstaaten und -Gemeinschaften.

Im Bereich der Sprachpflege und -entwicklung, also in der DSG, sollen dann als Entsprechung zu den Gliedstaaten bzw. Ländern/Kantonen die Mundart-Gemeinschaften aufgebaut werden. Hier haben wir aber in der Tat noch Klärungsbedarf: Sollen die Mundart-Gemeinschaften die Entsprechung zu den heutigen Bundesstaaten (D, A, CH, FL usw.) oder zu den heutigen Ländern/Kantonen sein?
Nachdem wir gerade in letzter Zeit dank Deiner kartografischen Aktivitäten ein Gliederungsmodell für DSG-Länder entwickelt haben und deshalb ja gerade auch darüber schreiben, wieviele Länder die DSG haben soll, halte ich die 22-Länder-Lösung für richtig. Diese 22 Länder wären dann Untergliederungen der sechs großen Mundart-Gemeinschaften und diese die Entsprechung zu den heutigen Gesamt- oder Bundesstaaten.

Zu klären wird dann auch noch sein, ob man die heutigen Gesamt- bzw. Bundes- und die heutigen Gliedstaaten bzw. Länder/Kantone auf unbestimmte Zeit fortbestehen lässt und sie durch die fortlaufenden Zuständigkeitsübertragungen auf die DSG-Länder und Mundart-Gemeinschaften über den sprachlichen Bereich hinaus immer mehr aushöhlt und irgendwann gegenstandslos werden lässt oder sie im Zuge der Zuständigkeitsübertragungen auch schrittweise gleichzeitig neu gliedert und so Deckungsgleichheit mit den anfangs sprachlich begrenzten DSG-Ländern herstellt, weshalb man sie nicht mehr benötigen würde und auflösen könnte.
Das würde also bedeuten, dass die Bundesrepublik Deutschland, die Republik Österreich, die Gesamtheit der deutschsprachigen Kantone der Schweiz, die autonome Provinz Bozen-Südtirol, das Fürstentum Liechtenstein und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens durch die sechs Mundart-Gemeinschaften (später dann "Ländergemeinschaften"), die wir vorgesehen haben, ersetzt würde, gleichzeitig die bisherigen Länder und Kantone der großen Mitgliedsstaaten durch die neuen DSG-Länder.

Innerhalb der Länder gäbe es Landkreise und innerhalb der Landkreise Gemeinden. Ob und in welchem Umfang im Zuge der Umstellungen Landkreise und Gemeinden nezugliedern wären, weil sie in ihrer bisherigen, auf die heutigen Länder und nicht auf Mundartgebiete und -grenzen bezogenen Form in den jeweiligen Grenzbereichen nicht mit den Mundart-Grenzen übereinstimmen, wäre wahrscheinlich eine Frage der Einzelfallentscheidung. Im Übergang oder bei Bestehen starker nichtsprachlicher bzw. -mundartlicher Zusammengehörigkeiten könnte vorübergehend oder in bestimmten Fällen vielleicht auch auf Dauer das Überlappungsmodell helfen - dieses übrigens auch wieder bei den von dir angesprochenen künftigen Veränderungen der Mundartgebiete.

Wir haben also letzten Endes drei Großebenen und zwei Zwischenebenen:
- Gemeinden, als nächsthöhere Zwischenebene die Kreise,
- Länder, als nächsthöhere Zwischenebene die Mundart- bzw. Ländergemeinschaften,
- die Gemeinschaftsebene der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DSG).

Michael Frietsch

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Dienstag, 22. Juli 2014, 12:26

RE: RE: DSG-Länder


- Schleswig-Holstein (Mundartgebiete 1, 2 und 3 nach Karte 2),

Im zuge der Verbreitung des Norddeutschen Regiolektes und der Zusammenfassung der "alten" Dialekte zum Nordniedersächsischen, macht eine Trennung von Niedersachsen keinen Sinn
keine Zustimmung

- Niedersachsen (Dein Nordniedersachsen in Karte 1 ohne mein Schleswig-Holstein nach Karte 2),

siehe oben
keine Zustimmung

Friesland-Niedersachsen ist gut; da könnten wir auch die Friesen mitnehmen. Unter Bezugnahme auf die Karte 2 in meinem Beitrag Nr. 16 "Deutsche Dialekte nach 1945" würde ich dann aber das dort rosarot gefärbte westfälische Dialektgebiet vollständig dem DSG-Bundesland Nordrhein-Westfalen zuschlagen, so dass Friesland-Niedersachsen im Südwesten noch etwas verkleinert würde und dann eine Trennung von Schleswig-Holstein und Niedersachsen wirklich keinen Sinn mehr machen würde. Ein bisschen Bauchschmerzen habe ich aber immer noch, weil im Landesnamen Friesland-Niedersachsen nichts von Schleswig und Holstein auftaucht; ob das der dortigen Bevölkerung schmecken würde? Ich stelle mir das ungefähr so vor, wie wenn wir Mittel- und Südbadener einem Bundesland Schwaben zugeschlagen werden würden. Oder frag mal die Saarländer, ob sie zum heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz oder teilweise zu einem DSG-Bundesland Pfalz gehören wollen; da wirst Du froh sein können, dass Du keine Tätlichkeiten erntest. Es geht halt bei einem emotional so verwurzelten Thema wie dem Neuordnen von Ländern neben der organisatorischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Vernunft in sehr starkem Maß auch darum, ob die Bevölkerung dazu mitgenommen werden kann! Das hat man ja auch bei Euch außerordentlich gut gesehen, als es darum ging, Berlin und Brandenburg zu einem Bundesland zu vereinigen.
Ich räume aber ein, dass ich für ein Gesamt-Bundesland Friesland-Niedersachsen auch noch keinen Namen bereit habe, der die Schleswig-Holsteiner irgendwie berücksichtigt. Deshalb wäre das das Vernünftigste, wenn wir in einem gemeinsamen Neugliederungsvorschlag der Bevölkerung die Auswahl zwischen Friesland-Niedersachsen und zwei getrennten Ländern Niedersachsen (Friesland- hat ja nur bei einem Gesamt-Bundesland Sinn) und Schleswig-Holstein anbieten, denn über eine solche grundlegende Neugliederung muss ja sowieso eine Volksabstimmung entscheiden. An dieser Stelle kommen allerdings wieder die Regierungsbezirke/Regionen/Kreisverbände oder wie man sie auch nimmer nennen will ins Spiel: Vielleicht wären die Hamburger und die Schleswig-Holsteiner eher bereit, bei einem Gesamt-Bundesland Friesland-Niedersachsen mitzumachen, wenn man es in drei gewährleistete Regierungsbezirke Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein aufteilen würde, wobei dann das Gebiet südwestlich Hamburgs, das ich Schleswig-Holstein zuschlagen wollte, vielleicht zum Kreisverband Hamburg gehören sollte.

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Dienstag, 22. Juli 2014, 20:14

RE: RE: RE: RE: DSG-Länder


- Mecklenburg-Vorpommern (Karte 1 einschließlich Minderheitsgebiet Stettin),

Minderheitengebiet Stettin nur sprachlicher nicht ethnischer Natur, ansonsten trotz Norddeutschen und Berlinischen Einflusses
Zustimmung
Ja klar, stets nur sprachlicher Natur, da das ganze Vorhaben einer Deutschsprachigen Gemeinschaft und des Ersetzens der heutigen Nationalstaaten durch Sprachgemeinschaften nirgendwo auf ethnische Verhältnisse Rücksicht nimmt, sondern stets nur auf die sprachlichen.

- Kurmark-Brandenburg (Brandenburg nach Karte 1),

Name Brandenburg reicht völlig, ansonsten
teilweise Zustimmung
Also gut: Nur Brandenburg

- Sachsen (Karte 1 einschließlich Minderheitsgebiete Görlitz, Reichenberg und Asch/Eger)),

Minderheitengebiete nur sprachlichert ethnischer Natur, ansonsten
Zustimmung
Minderheitsgebiete wie immer nur sprachlich (s.o.)

- Mainfranken (Karte 1),

oder nur Franken, ansonsten
teilweise Zustimmung
Nein, das muss schon Mainfranken heißen, weil wir ja noch Rheinfranken, Niederfranken, Moselfranken und dergleichen haben und die gesamte Mundart-Gemeinschaft/Länderverband Franken nennen.

- Rheinland-Hessen (Rheinfranken nach Karte 1 einschließlich Niederelsass),

Bezeichnung Pfalz-Hessen sinvoller
teilweise Zustimmung
Einverstanden; allerdings könnte es Schwierigkeiten mit der nördlichen Pfalz geben, die man auch als Rheinhessen bezeichnet - gegebenenfalls käme auch hier wie bei Friesland-Niedersachsen ein Regierungsbezirks- bzw. Kreisverbandslösung in Betracht.

- Niederfranken (Moselfranken nach Karte 1 einschließlich Eupen, aber ohne Saarland),

der Nordwesten des Saarlandes ist Moselfränkisch, auch als Name passt Rheinland besser
keine Zustimmung

[
- Lützeburg (Letzebürg/Luxemburg einschließlich Arel und St. Vith),

ungern, ein Mittelfränkischer Verbund könnte auch für Luxemburg als Sprach und Namensgeber attraktiv sein
keine Zustimmung

- Saarland-Lothringen (Saarland und Niederlothringen),

wie schon beschrieben ist Saarland aber auch Niederlothringen teils Moselfränkisch teils Pfälzisch(Rheinfränkisch)
keine Zustimmung
Folgender Vorschlag: Nördliche Pfalz mit Rheinhessen und Umgebung wird Hessen zugeschlagen, restliche Pfalz, Saarland-Lothringen, Lützeburg/Luxemburg und Moselfranken einheitlich Moselfranken, wiederum mit Regierungsbezirks- bzw. Kreisverbandslösung für die Einzelteile.
Die Umgegend von Köln können wir aber nicht MOSELfranken zuschlagen; das ist zu weit weg -> deshalb insoweit Niederfranken. Das von Dir eingeführte "Mittelfranken" würde aus dem selben Grund auch nicht passen - diese Teilentscheidung müssen wir aber zuerst nochmal durch den Verdauungstrakt lassen.

- West-Alemannien (Ober- und Unterelsass),

sprachliche Einheit mit Baden von karte 1
keine Zustimmung

- Nord-Alemannien (Baden nach Karte 1),

siehe oben
keine Zustimmung
Einverstanden mit Baden-Elsass

- Süd-Alemannien (deutschsprachige Schweiz),

nur mit Liechtenstein und Vorarlberg unter Namen Schweiz-Liechtenstein
keine Zustimmung
Das geht nicht; wenn wir Vorarlberg-Liechtenstein schon von Österreich lösen, sollten wir es dann nicht zu allem Überfluss auch gleich der Schweiz zuschlagen - ich glaube kaum, dass die Vorarlberger darüber erfreut wären.

- Ost-Alemannien (Vorarlberg und Liechtenstein nach Karte 1),

siehe oben
keine Zustimmung
Andere Variante: Wir nehmen aus meiner Karte "Deutsche Dialekte nach 1945" das niederalemannische Mundartgebiet östlich des Schwarzwaldes (Bodenseeraum) und nördlich der Schweiz und vereinigen es mit Vorarlberg und Liechtenstein zu einem Land - einen Namen habe ich aber noch nicht; vielleicht Ost-Alemannien.

- Bayern (Karte 1),

Westmittel- u. Nordbairisches Dialektgebiet (vielleicht mit Innviertel und Salzburg)
Zustimmung
Einverstanden, wenn Innviertel und Salzburg dazukommen; auch hier gegebenenfalls Regierungsbezirks- bzw. Kreisverbandslösung für Innviertel und Salzburg - jedenfalls keinen Zuschlag zu Kärnten, da dieses jenseits des Hauptalpenkamms liegt.

- Kärnten (Mundartgebiet 53 nach Karte 2 ohne die Tiroler Gebiete nach Karte 1),

nur im Verbund mit den östlichen Südmittelbairischen Dialektgebiet (Steiermark)
teilweise Zustimmung
Einverstanden, aber nur als "Steiermark-Kärnten" aus Gründen des Klangs - die selben Gründe wie dafür, dass es nicht Württemberg-Baden, sondern Baden-Württemberg heißt.

- Donauösterreich (Mundartgebiet 52 nach Karte 2 ohne bayerische und Tiroler Randgebiete nach Karte 1, einschließlich Minderheitsgebiet Ödenburg).

nur das Ostmittelbairische Dialektgebiet, Name Österreich reicht völlig
teilweise Zustimmung
Na ja; solang es noch ein Österreich als Territorialstaat gibt, wären die Österreicher nicht begeistert - deshalb hatte ich "Donauösterreich" gewählt, um zum Ausdruck zu bringen, dass es sich zwar um den größten Teil des heutigen Österreich handelt, aber eben nicht um das ganze Österreich.

Michael Frietsch

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Dienstag, 22. Juli 2014, 21:14

man könnte das Land doch einfach Norddeutschland nennen?
Das wäre "asymmetrisch", denn dann bräuchten wir eigentlich auch ein Süddeutschland, ein Ostdeutschland usw. "Norddeutschland" lässt eher an landschaftlichen Nordteil Deutschlands denken mit den DSG-Ländern NRW, Friesland-Niedersachsen und Meck-Pomm.

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Samstag, 26. Juli 2014, 23:02

Auf der Grundlage Deiner Länderkarte der DSG in der Fassung vom 26.7.2014 bzw. im Dateianhang dieses Beitrages bringe ich die Gliederungsübersicht einer Deutschsprachigen Gemeinschaft (DSG) auf folgenden neuesten Stand zum vorgenannten Datum; die bisher erzielten Einigungen sind berücksichtigt - soweit noch Abweichungen bestehen, ist mein derzeitiger Beschlussstand wiedergegeben:

Mundart-/Ländergemeinschaft FALEN-NIEDERSACHSEN
mit den Ländern:
- Friesland-Niedersachsen (Kreisverbände Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein); einschließlich Minderheitsgebiete Nord- und Ostfriesland sowie Südschleswig),
- Nordrhein-Westfalen,
- Ostfalen,

Mundart-/Ländergemeinschaft KURMARK-MECKLENBURG
mit den Ländern:
- Mecklenburg-Vorpommern (einschließlich Minderheitsgebiet Stettin),
- Altmark-Brandenburg,

Mundart-/Ländergemeinschaft SACHSEN-THÜRINGEN
mit den Ländern:
- Sachsen (einschließlich deutschsprachigen Minderheitsgebiete Görlitz, Reichenberg und Asch/Eger sowie des sorbischen Minderheitsgebiets)),
- Thüringen (Karte 1),

Mundart-/Ländergemeinschaft FRANKEN
mit den Ländern:
- Mainfranken,
- Hessen,
- Kurpfalz-Hohenlohe, (einschließlich Minderheitsgebiete Niederelsass und Obersaarland),
- Rheinland-Lützeburg/Luxemburg (Kreisverbände Niederlothringen (Niedersaarland mit Minderheitsgebiet Fränkisch-Lothringen), Lützeburg/Letzebürg/Luxemburg (mit Minderheitsgebiet Arel und dem deutschsprachigen Gebiet um St. Vith), Moselfranken, und Niederfranken (Gebiete um Köln und Düsseldorf, einschließlich Gebiet um Eupen),

Mundart-/Ländergemeinschaft ALEMANNIEN-SCHWABEN
mit den Ländern:
- Baden-Elsass (ohne hochalemannisches Mundartgebiet am Hochrhein),
- Schwaben,
- Vorarlberg-Bodensee (Kreisverbände Vorarlberg, Liechtenstein und Bodensee (niederalemannisches Mundartgebiet östlich des Schwarzwaldes einschließlich schweizerisches Bodenseeufer),
- Oberalemannien (deutschsprachige Schweiz ohne niederalemannisches Bodenseegebiet, aber mit hochalemannischem Gebiet nördlich des Hochrheins und einschließlich der rätoromanischen Minderheitsgebiete),

Mundart-/Ländergemeinschaft BAYERN-ÖSTERREICH
mit den Ländern:
- Bayern,
- Kärnten-Tirol (Kreisverbände Nordtirol, Südtirol, Osttirol und Kärnten; einschließlich der slowenischen Minderheitsgebiete),
- Donauösterreich (Kreisverbände Wien, Donauland, Salzach-Enns, Burgenland und Steiermark; einschließlich des Minderheitsgebiets um Ödenburg),

Im Ganzen 18 Länder, die sich auf sechs Mundart-/Ländergemeinschaften verteilen. Bei diesen handelt es sich um eine verfassungsrechtliche Zwischenebene innerhalb der DSG, auf der die Länder nach ihren Mundart-Zugehörigkeiten in der Mundartpflege zusammenarbeiten. Gleichzeitig können sie bei nichtmundartlichen Angelegenheiten (z.B. Wirtschaft und Verkehr) andere Sonderverbindungen bilden.
Diese Lösung bietet ein geeignetes Scharnier oder eine Schnittstelle, um einerseits die sprachlich-mundartlichen Zusammenhänge zu pflegen und andererseits wirtschaftliche, verkehrsbedingte und andere nichtmundartlichen Angelegenheiten miteinander zu koordinieren.

Mit Dänemark wäre darüber zu verhandeln, ob die deutsch-dänische Grenze nach der tatsächlichen Sprachgrenze gezogen werden und im Zuge dessen die deutschsprachige Minderheit nördlich der heutigen Grenze und die danische Minderheit südlich davon jeweils entsprechend umgegliedert werden. Solang das nicht geschieht, wäre mit der Überlappungslösung zu arbeiten.
Diesen und anderen nicht-deutschsprachigen Minderheiten auf dem Gebiet der DSG sind die bereits vorhandenen, mindestens aber die Minderheitenrechte der Minderheiten- und Regionalsprachen-Schutzabkommen des Europarats zu gewährleisten und sowohl in der DSG als auch in deren Ländern verfassungsrechtlich zu verankern.

Grundlage dieser Zielform der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist der bestehende Rat für Deutsche Rechtschreibung (RDR); aus ihm soll die DSG schrittweise entwickelt werden. In der Anfangszeit werden sich die Zuständigkeiten des RDR bzw. der DSG nur auf die Rechtschreibung erstreckt. Nächster Schritt ist das Ausweiten der Zuständigkeiten auf die Pflege und Verteidigung der gesamten Deutschen Sprache einschließlich ihrer Mundarten. Hierzu müssen die betreffenden einzelnen Zuständigkeiten jeweils von den Bundesstaats- und Länderorganen, die sie heute noch innehaben, auf die entsprechenden Gemeinschafts- und Länderorgane der DSG übertragen werden.

Für die Hauptstadtfrage ist folgendes vorgesehen:
Falls die DSG eine einzige Hauptstadt haben soll, sollte diese möglichst in der Mitte des DSG-Gesamtgebiets liegen; in Betracht kämen z. B.:
Frankfurt a. M., Heidelberg, Würzburg, Kassel und Fulda.
Besser wäre wahrscheinlich, den Sitz der Gemeinschaftsorgane auf mehrere Städte im ganzen Gemeinschaftsgebiet zu verteilen, z.B.:
Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt a. M., Leipzig, Luxemburg (-Stadt), Straßburg, Zürich, München, Graz und Wien.

Gleichzeitig mit den Gemeinschafts-, Länder- und sonstigen Organen der DSG werden auf deren Gesamtgebiet die heutigen Staaten, Länder und anderen Gemeinschaften bestehen bleiben; ihre Gebiete und Grenzen werden sich mit denen der DSG und ihrer Länder überlappen. Soweit es gelingt, Länderneugliederungen vorzunehmen, sollen diese sich an den Grenzen der DSG-Mundartgemeinschaften und -Länder orientieren; Gleiches gilt für die innere Gliederung der Länder.
Gleichzeitig sollen auch über Sprachpflege und -Verteidigung hinaus nach und nach immer weitere Zuständigkeiten von den heutigen Staaten und Ländern auf dem DSG-Gebiet auf die DSG und ihre Länder übertragen werden. Auf diesem Weg sollen die heutigen Staaten und Länder einerseits in Richtung der DSG-Gliederung umgestaltet und andererseits durch die Zuständigkeitsübertragungen überflüssig gemacht werden bzw. eines Tages vollständig in den DSG-Gliederungen aufgehen.

Heutige Staaten, Länder und Gemeinschaften auf dem für die Deutschsprachige Gemeinschaft vorgesehenen Gebiet:

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
mit den Ländern:
Schleswig-Holstein (einschließlich dänisches Minderheitsgebiet Südschleswig)
Hamburg
Bremen
Niedersachsen
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg (einschließlich nördliches Minderheitsgebiet der Sorben)
Sachsen (einschließlich südliches Minderheitsgebiet der Sorben)
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Hessen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern


(Deutschsprachiges Minderheitsgebiet Stettin)
(Deutschsprachige Minderheitsgebiete bei Görlitz, Reichenberg und Asch/Eger)
(Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien um Eupen und St. Vith)

LÜTZEBURG/LETZEBÜRG/LUXEMBURG

(Deutschsprachiges Minderheitsgebiet um Arel)
(Deutschsprachiges Minderheitsgebiet Niederlothringen)
(Deutschsprachiges Minderheitsgebiet Elsass)

REPUBLIK ÖSTERREICH

mit den Ländern:
Vorarlberg
Tirol
Salzburg
Oberösterreich
Niederösterreich
Wien
Burgenland
Steiermark
Kärnten


(Deutschsprachiges Minderheitsgebiet um Ödenburg)
(Autonome deutschsprachige Provinz Bozen-Südtirol)

(Deutschsprachiges Gesamtgebiet der Kantone der SCHWEIZ + rätoromanische Minderheitsgebiete)
»Michael Frietsch« hat folgendes Bild angehängt:
  • DSG-Länder 290714.jpg