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Samstag, 14. Februar 2015, 14:00

Zentraleuropäische Union (Central European Union)

Seit 1989 wird von verschiedenen Organisationen (Bsp. Central European Defense Cooperation, Central European Initiative, etc.) und Publikationen (Bsp. des StAGN, etc.) wieder mal ein, zumindest meiner Meinung nach, etwas überzogenes bzw. verzerrtes Mitteleuropa Bild vermittelt. Dessen Zweck könnte, neben der eventuellen Erweiterung der EU bis zum Ural, womöglich die Vorbereitung der Errichtung eines expansiven Kernstaates, auf Grundlage von Vorstellungen aus dem 19. Jhd., sein. Dabei konkurrieren, neben unzähligen weiteren Vorstellungen (siehe auch EU, atlantisches Bündnis, Commonwealth, Eurasische Union etc.), u.a. auch die Verfechter der Mitteleuropa-Idee mit denen des Intermarum bzw. der Rzeczpospolita sowie die Wahrer des Nationalstaates mit den Vertretern der EU Einheitsoption. Ob all diese, zum Teil, unversöhnlichen Ziele identitätsstiftend oder im Sinne einer europäischen Friedensordung sind, will ich im Nachfolgenden etwas erläutern. Denn die Vereinigung des gesamten mitteleuropäischen Territoriums wäre wegen der Analytik der politischen Spielführer recht prekär. Dabei erhebe ich als halber Laie keinerlei Anspruch auf die Allgemeingültigkeit meiner Aussagen und möchte auf Grund von Beobachtungen lediglich mit einer Alternative aufwarten. Zentraleuropa (CE) bzw. die Zentraleuropäische Union (CEU), ist (ebenso wie die Deutsche Gemeinschaft) eine Interpretation des Denkmodells ZEG (Zentraleuropäische Gemeinschaft) von Michael Frietsch aus den Jahren 2011/12 und bezieht sich nach einigen Überarbeitungen meinerseits, ähnlich wie im ersten Entwurf Michaels, mehr auf die politische Vereinigung des westlichen Teils Mitteleuropas.

Name: CENTRAL EUROPE(AN UNION)
Mitglieder:
Tschechien, Österreich, Deutschland, (DG Belgien, Südtirol, [Liechtenstein])
Gliederung:
föderale Republik mit 5 Bundesstaaten (oder Bundesstaat mit 6 oder 5 Großregionen [Länder])
Organisation: Einkammersystem mit Bundesrat zu 1000 Sitzen (200 pro Bundesstaat) woraus auch die Mitglieder der Bundesregierung zu gleichen Teilen gestellt werden
Fläche: ~520000 km²

Bevölkerung:
~100 Mio.
BIP: ~4000 Mrd. USD
Amtssprachen: deutsch, čeština und oder english (eigene mitteleuropäische Sprachvariante)
Hauptstadt:
Cheb (Eger)


Erste Erläuterungen!
# Die Ambitionen von vorerst 28 Mitgliedsstaaten mit eigener teils langer identitätsstiftenden Geschichte, über "500" Mio. Menschen (~"800" Mio. mit Nordafrika und w. n. Osten), 24 Amtssprachen und 1300 Regionen (NUTS 3) werden die EU als weitere Version Roms (auch unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Erweiterung um die ausstehenden Länder der Mittelmeerunion, reichend vom arktischen Polarkreis bis zur Sahelzone, von den Azoren bis zum Kaspischen Meer) wahrscheinlich langfristig überfordern und eine Homogenisierung unendlich erschweren. Zumal mit einer möglichen Einbeziehung Nordafrikas und des westlichen nahen Ostens die Gegensätze trotz oder gerade wegen der Intensivierung der Zuwanderung (wider)erwartend dauerhaft zunehmen könnten. Das Zusammenfassen bzw. Aufteilen der einzelnen Staaten zu/auf mehrere(n) kleinere(n) Einzelverbände(n) wäre da wohl sinnvoller und attraktiver für die Bürger oder nicht EU Mitglieder. Mit Einführung einer geografischen Komponente o.ä. könnte so die Einbettung und das Zusammenwachsen (Aufgehen) vergleichbarer nationaler, ethnischer Befindlichkeiten in dauerhafte Bündnissysteme erleichtert werden. Neben dem bisherigen Nationalstaat und der deutschen Gemeinschaft ist Zentraleuropa (Central Europe[an Union]), als Staat, nun eine weitere Möglichkeit dem entgegen zu kommen. So könnte das Europa der Großstaaten oder Unionen vielleicht der weisere Schritt in Richtung einer dauerhaften Einigung unseres Subkontinents sein.
# Tschechien, Österreich und Deutschland verband in der Vergangenheit eine mehrere Jahrhunderte währende mehr oder minder gemeinsame staatliche Ordnung. Sie teilen, neben ihren enormen wirtschaftlichen u. kulturellen Verflechtungen, heute eine "vorrangig" auf Deeskalation und Verständigung ausgerichtete Politik ohne momentan sichtbare expansive Ambitionen. Deshalb wäre im Prinzip eine vollständige politische Einigung von Territorien unterschiedlicher Amtssprachen mit diesen wenigen und relativ jungen Nationen innerhalb Europas am problemlosesten. Ebenso ist die Annäherung und Erhaltung der Lebensverhältnisse im Falle einer gemeinsamen Währung, im Unterschied zu Gesamteuropa, hier am leichtesten.
# Zur Wahrung möglicher konträrer Interessen der Initiatoren, Englands, Frankreichs, den USA und Russlands wäre die Aufnahme weiterer mitteleuropäischer Staaten wie Slowenien, Slowakei, Ungarn, Polen, sowie des südosteuropäischen Kroatien, vorerst nicht zu empfehlen. Die Auflösung der Schweiz ist schon wegen seiner gewichtigen Bedeutung unwahrscheinlich und eine Gesamtmitgliedschaft wie auch im Falle Luxemburgs wegen Frankreich bzw. Italien problematisch. Vergleichbares gilt auch für Liechtenstein mit der starken Bindung an die Schweiz und den nicht eindeutig mitteleuropäischen Niederlanden und Dänemark wegen eventueller Bedenken Großbritanniens bzw. Frankreichs.
# Das Projekt sollte nicht die Fläche und das BIP großer kontinentaler Staaten wie Frankreich oder Großbritannien fundamental überschreiten. Eine Erweiterung hin zum östlichen Teil Mitteleuropas wäre vorerst kontraproduktiv, da zumindest ein Pufferstaat und/oder Gegenpol wegfallen bzw. sich der Kontrolle des westlichen Blockes entziehen und so das Projekt selber in den Fokus des großen geostrategischen Pokers geraten würde. Damit stünde, zumindest solange wie sich die selbsternannten Eliten innerhalb der Allianz nicht vollständig und dauerhaft einig sind, der wiederholten Destabilisierung der Mitte Europas nur die Logik der Vernunft im Wege. Der permanente Druck zum Konsens, aufgrund der geopolitischen Zangenlage, ist ein Kompromiss mit der westlichen/atlantischen Agenda aber auch möglicher Garant für Stabilität. So wirken vergleichbar starke dezent miteinander konkurrierende Einheiten ausgleichender als das Monopol eines großen Machtblocks. Das Projekt steht damit in scharfen Gegensatz zu den Modellen des StAGN, der CEI, der CEDC, von Gagern, von Radowitz, zu Schwarzenberg, von Bruck, von Naumann, Jäckh, Tannenberg, Rathenau, Haushofer und Wirsing wo die Hegemonie eines zentralen Schwergewichtes favorisiert wird. Wobei durch das Einverleiben der östlichen Pufferstaaten inklusive einer Präsenz auf dem Balkan, auch im Falle absoluter Neutralität, die Konfrontation mit den Nachbarn vorprogrammiert wird. Ein geeintes, mehrheitlich westl. Zentraleuropa darf sich um seines Friedens Willen, vor dem Hintergrund der Interessen seiner Anrainer, keine noch so zaghaften imperialen Attitüden und auch nicht den Luxus eines großen sich breit nach Osten bzw. Südosten ausdehnenden, wirtschaftlich konkurrenzlos dominierenden Flächenstaates leisten. Um unnötigen Differenzen erfolgreich aus dem Weg gehen zu können sollte sein Einfluß auf beiden Sphären, ebenso wie im Westen, limitiert bleiben. Es muss dazu die Rolle eines bescheidenen annähernd neutralen Mittlers annehmen und ausbauen.
# Das fiktive Projekt wäre eine mögliche Alternative zur Europäischen Union als Europa der Unionen, Teil deren künftiger Raumgliederung als Bundesstaat oder separates Engagement.
»Norman Roloff« hat folgende Bilder angehängt:
  • middle europe.jpg
  • Zentraleuropa (Central European Union) mit 6 oder 5 Bundesstaaten.jpg
  • CENTRAL EUROPE  (CENTRAL EUROPEAN UNION).jpg
  • CENTRAL EUROPE  (CENTRAL EUROPEAN UNION).jpg
  • Central Europe(an Union) - members _ physical map.jpg
  • new states of the central european union _ physical.jpg

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Samstag, 14. Februar 2015, 14:01

Weshalb wäre die Aufnahme weiterer mitteleuropäischer Nachbarn nachteilig?
# Wie oben schon beschrieben war Tschechien (Böhmen, Mähren) mehrere Jahrhunderte gemeinsam mit den Territorien des heutigen Deutschland und Österreichs im Heiligen Römischen Reich verbunden. Zur Formung eines Kernlandes und der Inanspruchnahme ein mitteleuropäischer Staat(enverbund) sein zu wollen ist seine Mitgliedschaft unverzichtbar. Dies ist u.a. aus strategischer Sicht bedeutsam, da geografisch dezentrale Staaten im Konfliktfall weniger effektiv zu managen wären.
Kulturhistorisch steht Tschechien den dtspr. Staaten, trotz der problematischen Vergangenheit, näher als alle anderen mitteleuropäischen Länder.
# Mit ~1,5 Mio. L2 Deutschsprechern zählt Tschechien, im Verhältnis zur Population, in Europa mit zu den führenden Staaten bei der Möglichkeit einer linguistischen Verständigung mit seinen westl. Nachbarn. Falls keine Einigung auf Deutsch möglich wäre, würde die Einführung einer eigenen identitätstiftenden Englischvariante für den in der Regel (ebenso wie auch bei Deutschen und Österreichern zutreffend) doch etwas kompromissbereiteren Tschechen vielleicht leichter zu akzeptieren sein als bei den meisten anderen Europäern.
# Die Aussöhnung zwischen Tschechen, Österreichern und Deutschen seit 1945 hat auch aufgrund der zunehmend selbstkritischeren Beleuchtung aller Beteiligten eine ganz andere Qualität angenommen als z.B. die zu Polen.
# Die Gewinnung für das zentraleuropäische Projekt könnte jedoch unter Umständen nur dann gelingen, wenn Deutschland es schafft Tschechien und Österreich aus den jeweiligen Kooperationen wie der Visegrád Gruppe, dem Austerlitz Format, der Zentraleuropäischen Initiative (CEI) sowie der Zentraleuropäischen Verteidigungskooperation (CEDC), durch lukrative Angebote herauszubrechen. Hier könnte der Ausbau bzw. die Schaffung weiterer Überseehäfen für Tschechien und Österreich, gleiche Stimmengewichtung unter den "neuen" Bundesländern im Bundesrat, die generelle Etikettierung und Beschilderung im gesamten dtspr. Gebiet auch in tschechischer Sprache u. umgekehrt, die Grundlagenvermittlung der tschechischen Lingua an dt. aber auch österreichischen Schulen u. umgekehrt, Angleichung und Erhaltung der Lebensbedingungen, etc., einen entsprechenden Beitrag leisten. Nicht der Zwang sondern Freiwilligkeit ist dabei oberstes Gebot.
# Weiterhin müsste sich die BRD (eventl.) spätestens dann, um einer von Tschechien und Österreich mit großer Sicherheit nicht tolerierten deutschen Dominanz zu begegnen, in 3 Bundesstaaten aufspalten. Diese würden dann vertraglich mit den gleichen Kompetenzen ausgestattet wie die anderen beiden ehemaligen Habsburger Lande. Wobei der Status aller 5 Mitglieder dann weit über dem Niveau heutiger Bundesländer liegen sollte. Somit wäre, durch das Verlassen der bisherigen NUTS Ebenen, die Bereitschaft zur Gemeinschaft, im Verbund mit einer absolut gleichen Stimmrechtsverteilung (z.B. 100 Sitze pro Bundesstaat in einem Bundesrat), für die beiden bevölkerungsschwächeren Bundesstaaten ungemein höher.



Warum ein Europa der Großstaaten oder Unionen?

# Die Idee selbst ist relativ alt und war bereits Mitte des 19. Jahrhundert Gegenstand aussenpolitischer Überlegungen einiger Methodiker europäischer Staaten.
# Wie oben schon beschrieben wird der bisherige "Versuch" einer Homogenisierung Europas, dessen Gelingen einer der Voraussetzungen für das beständige und effektive Agieren einer selbsternannten Zentralgewalt ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit vorerst wenig erfolgreich bleiben.
# Daran wird auch die Ansiedlung von Migranten, in dessen Folge es aus Gründen mangelnder Durchmischung und damit zur Verhärtung kultureller Polaritäten nebst einer vermutlich absichtlich in Kauf genommenen, völlig unzureichenden Integrations(Assimilations)politik kommt, nichts wesentlich ändern.
# Ursachen hierfür wären dann neben der Verfolgung nicht primär "europäischer Interessen", der zunehmenden Aufsplittung gemeinschaftlicher Strukturen, der Stärkung nationaler/religiöser Restidentitäten, der teilweisen Egalisierung des Rechts, der durch Erhöhung von Abgaben sinkende Lebensstandard, der Manifestierung repressiver Systeme als Ordnungsmacht, der Wissensausbau durch die Nutzung sekundärer medialer Netzwerke, u.a. der von vielen Populisten unterschätzte Drang von Bevölkerungsteilen sich in kleineren, überschaubaren Einheiten gleicher Werte und Sprache arrangieren zu wollen. Hier wird bewusst das Vermögen einiger Bürger überschätzt sich mit einer Landmasse von über 4 Mio. km², "500" Mio. weiteren Menschen sowie min. 24 unterschiedlichen Sprachen und Kulturen (auch wenn bei Letzterem seit den 1950er Jahren eine ausgeprägte Angleichung erfolgte) identifizieren zu können. Weiterhin vermutet er vielleicht nicht ganz zu Unrecht, dass es in sehr großen Systemen wesentlich schwerer wird die mokratischen, kulturellen und ökonomischen Bedürfnisse Einzelner qualitativ angemessen zu berücksichtigen. Dies mag in unserer heutigen Zeit, auf den ersten Blick, maginal erscheinen, könnte aber frappierenden Einfluss auf die Bildung des von zumindest einigen Strategen eventl. ersehnten Einheitsvolkes nehmen und trotz geschickter Manipulation (Bsp. visuelle und linguistische Kommutierung, Auflösung und Neuformung bestehender Normen oder Selbstidentitäten, Isolierung und Egozentrierung der Persönlichkeit, Instrumentalisierung der Migranten einerseits und bewußt verkennende Interpolation der Integrationsproblematik andererseits, Forcierung des Nationalismus mit anschliessender Terminierung des selbigen, etc. ...) zu viel stärkeren Separationen bzw. dem vollständigen Zerfall der Gesellschaften ohne absehbare Möglichkeit einer Einigung, selbst auf kleiner Ebene, führen. Das Fragmentieren der Gemeinschaften garantiert nicht zwangsläufig deren bessere Beherrschbarkeit und eine durch die künstliche Schwächung unseres Teilkontinentes erzwungene Vergemeinschaftung und betonte (Wieder)Belebung gemeinsamer europäischer/interreligiöser Ideale, keine dauerhafte Union.
# Hier wäre es also vermutlich klüger bzw. simpler gewesen, ohne den Weg der Entmündigung und andauernder Kontrolle, an vormals oder noch bestehende Verbindungen (sprachlich, restkulturell, historisch oder wirtschaftlich) anzuknüpfen, um zuerst ein festeres Zusammenwachsen auf kleinerer Ebene u.a. über die geografische Einteilung zu ermöglichen. Denn eine geografische o.ä. Komponente als Angebot zum Ersatz für den vormals ebenso installierten "alten" Nationalstaat wäre meines Erachtens ein eleganterer Schachzug ethnische, sprachliche und kulturelle Unterschiede abzuschleifen, als all die bisherigen teils dilettantisch anmutenden Beteuerungen einer umfassenden europäischen Einigung vor dem Hintergrund der offensichtlichen Zunahme von Widersprüchen mit mangelnden Möglichkeiten positiver Auflösung. Ohne die Vermittlung einer identitären Vision wird dies auf Dauer auch mit pressiven Mitteln nicht funktionieren.
# Das ewige postulieren eines doch sehr nebulös skizzierten (E)Uropa, ohne den Zwischenschritt einer klusterartigen Zusammenfassung der Nationalstaaten und damit einhergehenden Reduzierung staatlicher Konstrukte zu geografischen staatlichen Einheiten, wird sonst möglicherweise, trotz aller Maßnahmen und Bekundungen, von einer nicht unbedeutenden Minderheit, immer mehr als Menetekel anhaltender Belastung wahrgenommen werden. In der Konsequenz bedeutet es, dass mit dem bestehen bleibenden Mangel an Konvergenz innerhalb der EU, der Nationalstaat von den Bürgern bis auf Weiteres als unabdingbar betrachtet würde. So wäre das Ergebnis dieses dialektischen Szenarios, welches als gesellschaftliches Experiment bereits seit weit über siebzig Jahren läuft, am Ende vielleicht ein anderes als erwartet. Auch wenn sich die Mehrheit der Strategen ihrer Sache recht sicher ist wird man womöglich letztlich alle Mühe haben ein von vor Jahrhunderten selbst geschaffenes System quasi über Nacht, innerhalb von wenigen Jahrzehnten, erfolgreich anzupassen.

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Samstag, 14. Februar 2015, 14:03

Weshalb wäre die Aufnahme weiterer mitteleuropäischer Nachbarn nachteilig?
# Zentraleuropa braucht zum osteuropäischen Raum hin einen relativ starken und breiten Puffer als hoffentlich nicht notwendig werdende defensive Auslaufzone. Weiterhin könnte dieser Puffer als künftiger primärer Akteur der Atlantischen Agenda den westl. Teil Mitteleuropas (speziell Deutschland) ablösen oder entlasten.
# So verschöbe sich, wie bereits heute schon ersichtlich, der mögliche politische Brennpunkt weiter an die östliche EU Grenze heran.
# Der direkte Kontakt zur russischen Einflussphäre wäre fatal und brachte, aus Gründen naiver Selbstüberschätzung, gegensätzlicher Bündnisbewertungen oder Motivationen der Atlantiker, in der Vergangenheit immer den Konflikt mit dem östlichen Nachbarn. Westmitteleuropas einzige Hoffnung auf eine dauerhafte Existenz wäre letztendlich nur ein partielles Bekenntnis zur Neutralität.
# Ausserdem bleibt der Riese im Hinterland, auch wenn heute gern Gegenteiliges bemerkt wird, ein unsicherer hochpotenter Faktor deren geografische Nähe so manches weitere Risiko birgt.
# Ebenso ist das stete westl. Interesse an dem großen Bären und die andauernde Nutzung des mitteleuropäischen Hebels (vor allem Deutschland) zur Durchsetzung selbiger, eine permanente Belastung für die Staaten des bairisch-böhmischen Waldes. Deshalb würde die Abgabe oder zumindest eine Verteilung dieser Last auf einen weiteren, umfänglich zu unterstützenden Partner wie Polen nur von Vorteil sein.



Neue Länder (Großregionen), ungefähre Einwohnerzahl und Größe!
1. Norddeutschand ~12,5 Mio. / ~65000 km²
2. Westdeutschland ~28,0 Mio. / ~77000 km²
3. Ostdeutschland ~15,0 Mio. / ~100000 km²
4. Süddeutschland ~23,0 Mio. / ~106000 km²
5. Österreich ~9,0 Mio. / ~84000 km²
6. Tschechien ~10.0 Mio. / ~78000 km²

1. Westdeutschland ~40,5 Mio. / ~142000 km²
2. Ostdeutschland ~15,0 Mio. / ~100000 km²
3. Süddeutschland ~23,0 Mio. / ~106000 km²
4. Österreich ~9,0 Mio. / ~84000 km²
5. Tschechien ~10.0 Mio. / ~78000 km²



Maximal mögliche Bevölkerungszahlen der CE bzw. CEU!
=> bis ~105 Mio. Menschen bei autarker und optimaler Versorgung
=> bis ~150 Mio. Menschen bei relativ autarker aber eingeschränkter Versorgung
(Flächenbedarf für jährlichen pro Kopf Verbrauch tierischer und pflanzlicher Lebensmittel:
optimale Versorgung mit ~2500 m² [0,0025 km²] / eingeschränkte Versorgung mit ~1500 m² [0,0015 km²])
- zur Verfügung stehende Nutzflächen in Deutschland ~170000 km² (max. 200000 km² möglich)
- zur Verfügung stehende Nutzflächen in Österreich ~30000 km²
- zur Verfügung stehende Nutzflächen in Tschechien ~35000 km² (derzeit nur 25000 km²)
= gesamt Zentraleuropa: 235000 km²

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Samstag, 14. Februar 2015, 14:04

Wird in Zentraleuropa ein gemeinsames Nationalgefühl gebraucht?
# Jaein. Wegen der sehr langen gemeinsamen Geschichte, den wirtschaftlichen Verflechtungen und den Marker der geografischen Lage, besteht bereits eine wenn auch kaum publizierte Verbundenheit.
# Durch die zunehmende Migration und wahrscheinlich erfolglose Integration, vor allem nach Deutschland, stellt sich allerdings die Frage ob die Verwendung des Begriffes Nation von den einheimischen Bevölkerungen in Zukunft noch erwünscht wird oder ein geschlossenes Bekenntnis zu gleichen Werten, einer Hauptsprache etc. überhaupt noch möglich ist. Fakt ist aber auch das ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsbewusstsein von Bewohnern für die effektive Gestaltung und Organisation des Gemeinwesens in einem umschriebenen Territorium unabdingbar bleibt.
# Wie schon beschrieben könnte, falls keine Einigung auf Deutsch als Hauptsprache möglich wäre, mit dem Aufbau und der Einführung z.B. einer eigenen mitteleuropäischen Englischvariante als Amtssprache dieses Wirgefühl durch die daraus resultierenden Impulse wieder gestärkt bzw. geschaffen werden. Über längere Zeiträume, nachdem möglichen Verblassen der Nationalsprachen, würde dann ein Neues wie auch immer geartetes zentraleuropäisches Bewußtsein das Erbe antreten.
# Diese englische Sprachvariante, vielleicht gemischt durch die Überführung einschlägiger Vokabeln, des Satzbaus etc. könnte die Akzeptanz in den Bevölkerungen
quantitativ steigern. Denn eine gemeinsame Sprache ist, neben der Formulierung eigener Prinzipien, bei zunehmend unterschiedlich ethnologisch und kulturell geprägten Bewohnern, einer der ersten Eckpfeiler zur gemeinschaftlichen Identitätsbildung.
# Das gleichzeitige Bestehen von deutsch und tschechisch als Amtssprache wäre allerdings der problemloseste Weg und könnte aufgrund des Mehrheitsverhältnisses langfristig zur Favorisierung der erstgenannten Lingua führen, wobei der gemeinschaftliche Effekt dann derselbe wäre.

Warum eine Vereinfachung der deutschen oder Einführung der englischen Sprache?
# Eine gemeinsame Verwendung der deutschen Sprache als erste Amtslingua ist, vor dem Hintergrund der Vergangenheit und schweren Erlernbarkeit, für die Tschechen nur unter Vorbehalt anzunehmen. Abhilfe könnte hier eine differenzierte Simplifizierung bzw. Konkretisierung, vor allem der deutschen Schriftsprache geben. Englisch jedoch ist in allen drei Ländern (mit Ausnahme der Gebiete Südtirol und Ostbelgien) erste und meist gesprochene Fremdsprache und könnte diesen Platz problemlos einnehmen. Ferner wird sich seiner, neben der Tatsache eine Weltsprache zu sein, in wirtschaftlichen Bereichen bei der Vertragsgestaltung zwischen den drei Ländern, heute bereits häufig bedient. Unter Umständen wäre es vielleicht jedoch notwendig, dass heutige Englisch aufgrund seiner geringeren Diversität in einer mitteleuropäischen Variation neu zu gestalten.

Wohlstandswahrung und Integration, aber wie?
# Anspruch auf solidarische Versorgungsleistungen ausschliesslich für Kinder, Alte (natürlich unter Berücksichtigung eingebrachter Verpflichtungen) und Bürger mit eingeschränkter Gesundheit. Dies müsste in vollem Umfang für den Aufenthalt aller Menschen in diesem Land gelten.
# Ein arbeitsfähiger Bürger, ohne bis Dato erbrachte Leistungen, sollte nicht auf Grund von Umverteilung und damit zu Lasten zweiter in den Genuss gemeinschaftlicher Zuwendungen kommen. Darauf besteht kein Anrecht.
# Die Schaffung von dazu notwendigen Arbeitsplätzen ist auch im öffentlichen Bereich keine Unmöglichkeit, wobei die Vergütung sich dort auch nach Maßgabe der Leistung richten könnte. So würde nur die Hilfe zur Selbsthilfe belohnt und als Treibstoff des gesellschaftlichen Motors benützt.
# Ein Recht auf politische Mitbestimmung darf nur denjenigen zugute kommen, welcher (bis auf zwei der oben erwähnten Ausnahmen) mit seiner Arbeitkraft willens ist den notwendigen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu wollen. Bei aus dem Aussland stammenden Migranten dürfte die Erteilung der deutschen oder zentraleuropäischen Staatsbürgerschaft frühestens erst nach ~10 Bewährungsjahren (in denen u.a. auch die Zeit der Arbeitsausübung und die Effektivität des Sprach- und Normenerwerbes analysiert wird) bewilligt werden.
# Das Definieren der Lebensleistung über das Prinzip Arbeit, mag in einer zunehmend technisierten Welt etwas grotesk anmuten. Dennoch ist es momentan noch die einzige Möglichkeit eine erfolgreiche Integration zu garantieren.

Wo liegen die Grenzen Europas?

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Samstag, 14. Februar 2015, 14:05

Die eventuellen Großstaaten oder Unionen im Vergleich!
1. NORTH EUROPE ~1364000 km² (~3500000 km² mit Grönland) / ~28 Mio. Einwohner / BIP ~1500 Mrd. USD
2. WEST EUROPE ~319000 km² / ~70 Mio. Einwohner / BIP ~2800 Mrd. USD
3. CENTRAL EUROPE ~528000 km² / ~100 Mio. Einwohner / BIP ~4000 Mrd. USD
4. EAST EUROPE ~1200000 km² / ~92 Mio. Einwohner / BIP ~840 Mrd. USD
5. SOUTHWEST EUROPE ~1613000 km² / ~207 Mio. Einwohner / BIP ~8400 Mrd. USD
6. SOUTHEAST EUROPE ~895000 km² / ~78 Mio. Einwohner / BIP ~850 Mrd. USD

oder

1. NORTH EUROPE
2. NORTHWEST EUROPE
3. MIDDLEWEST EUROPE
4. SOUTHWEST EUROPE
5. CENTRAL EUROPE
6. NORTHEAST EUROPE
7. MIDDLEEAST EUROPE
8. SOUTHEAST EUROPE
9. SOUTH EUROPE


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ENDE

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folgt........

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Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

Beiträge: 276

Wohnort: D-77815 Bühl, Mittelbaden

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Montag, 16. Februar 2015, 23:51

RE: Zentraleuropäischer Bundesstaat - geeintes Mitteleuropa

Dies ist nur eine Interpretation des Denkmodells ZEG von M. Frietsch aus den Jahren 2011/12. Welche Länder/Gebiete könnten Mitglieder werden? Föderation oder Zentralstaat? Ist eine gemeinsame Sprache der entscheidende Binder zweier oder mehrerer Ethnien? Welche sollte gesprochen werden und ist eine Einigung darauf möglich? Muss die nationale Identität zugunsten einer mitteleuropäischen aufgegeben werden, oder besteht diese bereits? Welche positven und negativen Effekte hätte das auf die Nachbarn? Geopolitische Bedeutung? Machtfaktor oder/und Vermittler? In welchem Verhältnis zur EU stehend (Bundesstaat, Großraum od. Ersatzkonstrukt)? Wirkt unsere gemeinsame Vergangenheit trennend oder vereinend? Wäre dieses Modell (als Ersatz) im Vergleich zur EU langfristig, aufgrund seiner Überschaubarkeit und geringeren weltpoltischen/wirtschaftlichen Bedeutung haltbarer bzw. weniger destabilisierbar? Ist eine Umverteilung finanzieller Mittel zur Angleichung der Lebensstandards dauerhaft notwendig bzw. überhaupt möglich? Der Hintergrund: http://141.74.33.52/stagn/JordanEuropaRe…71/Default.aspx und http://141.74.33.52/stagn/Portals/0/0708…4_05_jordan.pdf

Name: Zentraleuropa (CE) / Centrální Evropská
Mitglieder: Österreich, Tschechien, Deutschland, (DG Belgien, Südtirol,[Liechtenstein, dspr. Schweiz])
Organisation: föderaler Bundesstaat
Fläche: ~520.000 km²
Bevölkerung: ~100 Mio.
BIP: ~3.900,00 Mrd. USD
Amtssprache(n): deutsch, čeština
Hauptstadt: Eger (Cheb)


Ob es sinnvoll ist, für eine Zentraleuropäische Gemeinschaft (ZEG) eine Hauptstadt auszusuchen, bevor geklärt ist, welche "Länder/Gebiete" ihr angehören sollen, erscheint mir zweifelhaft. Davon abgesehen, wäre Eger eine gute Wahl für den Fall, dass man für so etwas Heterogenes/Vielgestaltiges wie eine ZEG überhaupt eine einzige Hauptstadt festlegen will. Bereits für eine für den deutschen Sprachraum angestrebte Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG) steht zur Diskussion, ob es eine Hauptstadt oder mehrere geben soll; das "Pfalzen-Modell" der fränkischen Könige ist mir nach wie vor sehr sympathisch. Um so naheliegender wäre es, für eine ZEG, die in ihrer Gesamtheit mehrsprachig ist, auch mehrere Hauptstädte auszusuchen.

An dieser Stelle sollte auch noch einmal folgendes klargestellt werden: Mein erstes ZEG-Modell aus dem Jahr 2011 war für den deutschen und niederländischen Sprachraum gedacht. In der damaligen Diskussion kamen wir zum Ergebnis, dass auf der Ebene der Hoch- bzw. Schriftsprachen klar zwischen dem deutschen und dem niederländischen Sprachgebiet getrennt werden muss. Von da an wurde "GDS-offiziell" für den deutschen Sprachraum die DSG als Ziel gesetzt und als Gemeinschaft aus dem deutschen und niederländischen Sprachraum eine ZEG. Ob auf der Ebene der Mundarten eine solche klare Trennung möglich bzw. zu empfehlen wäre, ist ein anderes Thema.
Als nächstes wurde von Dir ab 2012 eine Zentraleuropäische Union (ZEU) zur Diskussion gestellt, die nach geografischen Gesichtspunkten die Staaten, die man im Allgemeinen zu Mitteleuropa zählt, umfassen sollte - wohlgemerkt: STAATEN, also die heutigen Nationalstaaten nach den heutigen Grenzen, die bekanntermaßen keine Rücksicht nehmen auf die Sprachgrenzen. Dabei kam es zu einem aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossenen Schriftwechsel darüber, welche Staaten zu einer solchen ZEU oder wie sie auch immer genannt werden mag, gehören sollten. Wir konnten uns damals noch nicht darüber einigen, ob z.B. Slowenien, Kroatien, Ungarn, die Slowakei, die Schweiz und die drei baltischen Staaten zu einer solchen Union gehören sollten, waren uns aber darüber einig, dass Polen, Tschechien und die Niederlande dazu gehören sollten.
Deshalb überrascht es mich jetzt, um ehrlich zu sein, dass Du jetzt wieder auf eine Dreistaatenunion zurück gehen willst, und zwar um so mehr, als es sich bei Tschechien und Polen um zwei westslawisch-sprachige Staaten handelt, bei denen man ähnlich wie beim deutschen und niederländischen Sprachraum an eine Gemeinschaft aus zwei eng verwandten Sprachen denken könnte.

Im erwähnten Schriftwechsel war damit begonnen worden, herauszuarbeiten, dass unter der Überschrift ZEG nur eine Gemeinschaft angestrebt werden kann, die sich aus SPRACHGEMEINSCHAFTEN und nicht aus NATIONALSTAATEN zusammensetzt. Das ist von grundlegender Bedeutung dafür, ob z. B. Teile des deutschen Sprachraumes, die nicht mit den nationalstaatlichen Grenzen übereinstimmen, einer solchen ZEG angehören sollen - das betrifft vor allem das Elsass, Niederlothringen, Luxemburg/Arel/St.Vith, Eupen, das deutschsprachige Südtirol, aber auch Flandern innerhalb Belgiens.
Nach dem bisher erreichten Stand des Schriftwechsels ist deshalb nur ein Überlappungsmodell denkbar, d. h., eine Union nach Deinem Modell erstreckt sich je nach dem, wie weit Du sie ziehen willst, auf die Nationalstaaten D, A und CZ nach ihren heutigen Staatsgrenzen, während sich eine ZEG zumindest auf den deutschen, niederländisch-flämischen, polnischen, tschechischen, slowakischen, slowenischen, ungarischen und die drei baltischen Sprachräume erstrecken würde.
Ein Verknüpfen beider Modelle wäre vielleicht am ehesten denkbar, wenn man als Grundlage eine als Staatenbund organisierte ZEG nimmt und eine ZEU oder wie sie auch immer genannt wird als eine mehr bundesstaatliche Kerngemeinschaft nimmt - in der EU wurde ja auch schon darüber diskutiert, ob einige Mitgliedsstaaten als eine Art Kerngemeinschaft näher zusammenrücken sollen als die anderen.

Noch etwas anderes: In Deiner Karte, die Du an den Eingangsbeitrag zu diesem Themenstrang angehängt hast, sind die deutschsprachige Schweiz, Elsass und Niederlothringen nicht enthalten; in Deiner Mitgliederliste hast Du sie aber aufgeführt. Gleichzeitig willst Du aber die DG Belgien, Südtirol, Liechtenstein und die dspr. Schweiz dazunehmen, aber nur in Klammern.
Dann nennst Du als Organisationsform "föderaler Bundesstaat". Hä :?: Gemeinhin ist eine Föderation ein Staatenbund, ein Bundesstaat ist aber mehr als ein Staatenbund oder eine Föderation. Natürlich kann man ein Staatswesen als Zwischending zwischen Staatenbund und Bundesstaat organisieren - das muss man dann aber ganz genau definieren. Wenn Du aber einen solchen föderalen Bundesstaaten willst, wäre die in Deinem Beitrag gestellte Frage, ob "Föderation oder Zentralstaat" schon dahin beantwortet, dass es jedenfalls kein Zentralstaat sein kann, denn ein solcher steht in seiner Organisationsdichte noch deutlich oberhalb eines Bundesstaats.
Amtssprachen: Deutsch und tschechisch als Amtssprachen in Deinem Modell? Soll das dann für den zentraleuropäischen Gesamtstaat gelten mit der Folge, dass überall in Deutschland die Behörden auf Wunsch auch auf tschechisch und überall in Tschechien auf deutsch kommunizieren müssen oder mehr so wie in der Schweiz?

Da gibt es also noch eine ganze Latte an aufklärungsbedürftigen Themen ;) - aber vielleicht bin ich auch voreilig und Du klärst das alles in den von Dir vorsorglich reservierten Beitragshüllen noch auf :D

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Dienstag, 17. Februar 2015, 01:35

will das auf den folgenden Seiten noch etwas erläutern.
eines aber voraus: den Staatenbund (Staatenverbund) haben wir ja bereits mit der EU, weshalb ich hier zuerst vom untergeordneten Modell des Bundesstaates ausgehe wie ihn als Beispiel Deutschland innerhalb der EU darstellt. Davon wäre also die Hierarchie innerhalb der EU unberühert. Denn eine Union in einer Union wird wohl kaum möglich sein.

Michael Frietsch

† verstorben am 12.03.2015

Beiträge: 276

Wohnort: D-77815 Bühl, Mittelbaden

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Dienstag, 24. Februar 2015, 00:34

will das auf den folgenden Seiten noch etwas erläutern.
eines aber voraus: den Staatenbund (Staatenverbund) haben wir ja bereits mit der EU, weshalb ich hier zuerst vom untergeordneten Modell des Bundesstaates ausgehe wie ihn als Beispiel Deutschland innerhalb der EU darstellt. Davon wäre also die Hierarchie innerhalb der EU unberühert. Denn eine Union in einer Union wird wohl kaum möglich sein.

Die Europäische Union heißt zwar Union, ist aber über das Stadium eines Staatenbundes noch nicht hinaus gekommen. Es gibt sogar Meinungen, die die EU bislang noch nicht einmal als Staatenbund betrachten, sondern als Vertragsgemeinschaft, in der die zahlreichen Verträge, die bisher zwischen den Mitgliedsstaaten der EU geschlossen wurden, lediglich gebündelt werden. Diese Meinung ist nicht ganz von der Hand zu weisen, unter anderem, wenn man daran denkt, dass die EU nur eine unter mehreren Staatengemeinschaften ist, die es in Europa gibt und die sich jeweils in unterschiedlicher Weise überschneiden.
So gibt es den Europarat, den man als älteste Gemeinschaft bezeichnen könnte. Ihm gehören alle europäischen Staaten außer Weißrussland an, aber auch die Türkei, die Staaten südlich des Kaukasus und sogar die Türkei und Russland.
Dann gibt es die Europäische Union mit ihren zur Zeit 28 Mitgliedsstaaten und einer fortgeschrittenen Vernetzung, durch die die Politik der Mitgliedsstaaten in erheblichem Umfang gebunden wird - allerdings noch immer durch zwischenstaatliche Verträge und nicht durch eine staats- und völkerrechtliche Bindung.
Weiter haben wir unter anderen den Schengen-Raum, dem nicht alle EU-Mitgliedsstaaten, aber andererseits auch einige Nicht-EU-Mitgliedsstaaten angehören.
Dann gibt es auch noch die Westeuropäische Union, die ein Militärbündnis sein soll, das aber in asymmetrischer Weise sowohl mit der EU als auch mit der NATO verbunden ist, den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der über die EU hinaus reicht, die Europäische Weltraumorganisation, die sich ebenfalls mit der EU überschneidet, usw.

Alles das ist die Staatenbund-Ebene bzw. zum Teil noch eine Ebene darunter, nämlich die Staatsvertragsebene. Die EU-Mitgliedsstaaten stellen jeder für sich eine Union dar, und zwar in Gestalt von Bundesstaaten wie Deutschland und Österreich, aber auch in Gestalt von Zentralstaaten mit autonomen Regionen wie Großbritannien, Spanien und Italien und schließlich die ganz krassen Zentralstaaten wie Frankreich.

Zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und der EU gibt es seit längerem auch Sonderverdichtungsmöglichkeiten in Gestalt der so genannten verstärkten Zusammenarbeit, an der sich jeweils ein Teil der Mitgliedsstaaten beteiligen kann, je nach dem, um welches Thema es geht. Eine noch oder schon weiter verdichtete Sondergemeinschaft ist die Eurozone. Der Verdichtungsgrad nimmt also beginnend von den EU-Mitgliedsstaaten über die Eurozone und die verstärkte Zusammenarbeit bis schließlich zur Unionsebene schrittweise ab, und zwar sowohl innerhalb der EU als auch in Richtung der anderen Staatengemeinschaften, mit denen sich die EU in ganz verschiedener Weise überschneidet. Und am wenigsten verdichtet ist dann der Europarat.
Auf Politikfeldern, auf die sich die EU erstreckt, sind Sondergemeinschaften wohl nur im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit möglich: Es müssen mindestens neun EU-Mitgliedsstaaten beteiligt sein, die EU-Organe müssen die verstärkte Zusammenarbeit genehmigen und diese muss grundsätzlich für alle anderen EU-Mitgliedsstaaten offen stehen. Damit könnten wohl keine abgegrenzten Sondergemeinschaften gebildet werden wie z.B. eine engere Gemeinschaft nur der mitteleuropäischen Staaten. Ob dann eine völlige Verschmelzung von EU-Mitgliedsstaaten zu einem neuen Mitgliedsstaat möglich wäre, weiß ich nicht; es könnte aber sein, dass alle beteiligten Staaten aus der EU ausscheiden und der neue Gesamtstaat dann erst wieder der EU beitreten muss. Eine Möglichkeit, dies zu umgehen, wäre allenfalls, dass die beteiligten Staaten einem von ihnen beitreten - im Fall der von Dir angestrebten Zentraleuropäischen Union würde das bedeuten, dass Österreich und Tschechien Deutschland beitreten müssten und damit ein Teil Deutschlands würden, so wie 1990 die DDR dem EU-Mitgliedsstaat BRD beitrat. Oder Deutschland und Tschechien müssten Österreich beitreten oder Deutschland und Österreich müssten Tschechien beitreten - alles zumindest vorerst unvorstellbar.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob und was die EU tatsächlich dagegen unternehmen könnte und würde, wenn jetzt Deutschland, Österreich und Tschechien sich zu einem neuen Staatswesen vereinigen würden - zumal man es dann so konstruieren könnte, dass z.B. Österreich und Tschechien der Bundesrepublik Deutschland beitreten, diese aber in Zentraleuropäische Union umbenannt wird und ihre Hauptstadt nach Eger verlegt.

Die rechtlichen Hindernisse würden sich also zumindest auf der faktischen bzw. tatsächlichen Ebene überwinden lassen. Nur ist es auch auf dieser ebene schwer vorstellbar, dass sich z.B. Österreich und Tschechien mit dem aus ihrer Sicht riesigen Koloss Deutschland vereinigen würden, auch wenn es zu dessen Umbenennen in ZEU und zum Verlegen der Hauptstadt aufs bisherige tschechische Staatsgebiet käme.

Etwas anders liegen die Dinge mit dem Rat für Deutsche Rechtschreibung (RDR) als Keimzelle für eine angestrebte Deutschsprachige Gemeinschaft (DSG), denn am RDR sind zum Einen sowohl EU-Mitgliedsstaaten als auch andere Staaten und Gemeinschaften beteiligt, die nicht zur EU gehören. Außerdem ist der Aufbau und das Weiterentwickeln auf der Grundlage der gemeinsamen Sprache kein Politikbereich, auf den sich die EU erstreckt.

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Samstag, 3. September 2016, 02:30

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